Mette-Marits Sohn vor Gericht: Marius Borg Høiby bestreitet Vergewaltigung

In Oslo hat die Gerichtsverhandlung gegen den älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) begonnen. Marius Borg Høiby hat die schwersten Vorwürfe bestritten. Mit einem leisen „Nein“ antwortete er auf die Frage, ob er die Strafschuld wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume. Er bestritt außerdem, die mutmaßlichen Opfer während der Taten gefilmt zu haben.

Auch wenn er im weiteren Sinne zur Königsfamilie gehört, gilt für den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz. Das hat Staatsanwalt Sturla Henriksbø zum Auftakt des Prozesses gegen Marius Borg Høiby klargestellt. „Er sollte in diesem Strafprozess wie jede andere Person behandelt werden, die derselben Straftaten beschuldigt wird“, sagte Henriksbø vor Gericht in Oslo. „Er sollte weder strenger noch milder behandelt werden, unabhängig davon, mit wem er verwandt ist.“

Der 29-Jährige war nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB in einem grünen Pullover über einem Hemd und grüner Hose vor Gericht erschienen. Fotos oder Videos des Angeklagten zu machen ist verboten. Der Norweger muss sich wegen Dutzender teils schwerer Vergehen verantworten. Zu den 38 Anklagepunkten zählen auch Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogen- und Verkehrsdelikte. Einige dieser Taten hat Marius Borg Høiby zugegeben.

Video-Aufnahmen sollen vor Gericht gezeigt werden

Im Prozess sollen auch Video-Aufnahmen helfen, Licht ins Dunkel um die schwersten Anschuldigungen gegen Høiby zu bringen. Seit August 2024,  dem Zeitpunkt der ersten Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby, haben die Ermittler unter anderem mehrere Handys beschlagnahmt. Der Angeklagte soll zwischen 2018 und 2024 mehrere Frauen vergewaltigt und sexuell missbraucht haben, während sie laut Anklage „nicht wach“ waren und sich nicht zur Wehr setzen konnten. Die mutmaßlichen Opfer soll er während der ihm vorgeworfenen Sexualstraftaten gefilmt haben. Der Sohn der Kronprinzessin bestritt die schweren Straftaten zum Prozessauftakt am Dienstag. Um die mutmaßlichen Opfer zu schützen, ist die Berichterstattung über die Verhandlung eingeschränkt. Die Video-Aufnahmen werden im Gericht hinter verschlossenen Türen abgespielt.

Am Dienstagmorgen bildete sich eine lange Schlange vor dem Gericht in Oslo: Viele Menschen wollen den Prozess gegen den Sohn der Kronprinzessin verfolgen.
Am Dienstagmorgen bildete sich eine lange Schlange vor dem Gericht in Oslo: Viele Menschen wollen den Prozess gegen den Sohn der Kronprinzessin verfolgen.dpa

Erneute Festnahme vor dem Prozess

Kurz vor Prozessbeginn war Marius Borg Høiby am Wochenende erneut festgenommen worden. Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Wegen Wiederholungsgefahr muss er vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen.

Nach dem Vorfall am Sonntag befand sich Marius Borg Høiby laut Medien im Krankenhaus. Das berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB am Dienstagmorgen unter Berufung auf Quellen. Zuvor hatte die Zeitung „Verdens Gang“ Bilder veröffentlicht, die die norwegische Kronprinzenfamilie vor dem Krankenhaus zeigen sollen.