

Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ wird das kombinierte Unternehmen in dem Geschäft mit 1,25 Billionen Dollar bewertet. Das ist fast so viel wie die gegenwärtige Marktkapitalisierung des von Musk geführten Elektroautoherstellers Tesla.
Immer mehr Verflechtungen
Die Übernahme von X.AI kommt inmitten der Vorbereitungen für einen Börsengang von SpaceX, der in diesem Jahr erwartet wird. Und sie ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Musk die einzelnen Elemente seines Imperiums zu verflechten versucht. Erst vor knapp einem Jahr hat X.AI die Plattform X übernommen, die Musk 2022 gekauft hat, als sie noch Twitter hieß.
Im vergangenen Jahr hat SpaceX schon zwei Milliarden Dollar in X.AI investiert, und erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass auch Tesla eine Beteiligung im Wert von zwei Milliarden Dollar an X.AI anstrebt. „Bloomberg“ hat geschrieben, SpaceX habe neben X.AI auch einen Zusammenschluss mit Tesla erwogen.
Auch weiter zurück in der Vergangenheit gab es schon ähnliche Transaktionen. 2016 übernahm Tesla den Solarspezialisten Solarcity, dessen größter Aktionär Musk damals war. Manche Beobachter hielten dies damals für eine finanzielle Rettungsaktion.
Satelliten als Rechenzentren und Fabriken auf dem Mond
Die Verschmelzung von SpaceX und X.AI brachte Musk jetzt damit in Verbindung, Rechenzentren im Weltall betreiben zu wollen, die für KI-Dienste genutzt werden. KI-Rechenzentren brauchen sehr viel Energie, und Musks Idee ist es, Satelliten in den Weltraum zu bringen, die als Rechenzentren genutzt werden und sich dabei Sonnenenergie zunutze machen. Musk spricht von einer sogenannten Konstellation, die einmal eine Million solcher Satelliten umfassen könnte. Vor wenigen Tagen hat SpaceX schon einen Antrag bei der US-Telekommunikationsbehörde FCC eingereicht, so viele Satelliten ins All bringen zu dürfen.
Musk sagte, er schätze, dass der Weltraum schon in zwei bis drei Jahren der billigste Ort sein werde, um Rechenkapazitäten für KI zu generieren. Er sprach auch von anderen futuristisch klingenden Plänen, etwa „Fabriken auf dem Mond“. Die Starship-Rakete, die SpaceX gerade entwickelt, werde einmal in der Lage sein, „massive Mengen von Frachtgut“ auf dem Mond zur Landung zu bringen. Die von Rechenzentren im Weltall freigesetzten Kapazitäten würden eines Tages auch „eine ganze Zivilisation auf dem Mars“ ermöglichen.
Starship ist die größte und leistungsstärkste Rakete, die jemals gebaut worden ist. Sie spielt auch eine Rolle im „Artemis“-Programm, mit dem die US-Raumfahrtbehörde NASA wieder Astronauten ins Weltall bringen will. Eine Starship-Variante soll als Landefähre eingesetzt werden. Im Moment befindet sich die Rakete aber noch in der Testphase, eine Mondlandung wird nicht vor 2028 erwartet.
SpaceX wurde schon 2002 gegründet. Das Unternehmen ist im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Partner der NASA geworden und absolviert regelmäßig Missionen für sie. Musk hat vor einigen Monaten gesagt, SpaceX werde 2025 einen Umsatz von 15,5 Milliarden Dollar erreichen, für dieses Jahr wird nach einem Bericht von „Bloomberg“ ein Anstieg auf bis zu 24 Milliarden Dollar erwartet.
Musk zufolge steht heute das kommerzielle Geschäft der Satellitensparte Starlink für den größten Teil des Umsatzes. Starlink stellt mithilfe von Satelliten aus dem Weltall Hochgeschwindigkeitszugänge ins Internet zur Verfügung. Heute sind mehr als 9.000 Starlink-Satelliten im Weltall, und das Unternehmen hat nach eigener Aussage neun Millionen Abonnenten. Musk hält nach Angaben der Zeitschrift „Forbes“ einen Anteil von 42 Prozent an SpaceX.
X.AI entwickelt das KI-Programm Grok, ein Konkurrenzprodukt zu ChatGPT. Grok ist zuletzt wegen Verbreitung sexualisierter KI-Bilder realer Personen in die Kritik geraten. Die EU hat deshalb ein Verfahren gegen das Unternehmen eingeleitet.
Musk hat in seinem Imperium noch andere Projekte. Darunter sind die Boring Company, die Transportsysteme in Tunneln entwickelt, und Neuralink, ein Unternehmen, das an Schnittstellen zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern arbeitet.
