Project Vault: US-Regierung plant eine strategische Reserve für Seltene Erden

Die US-Regierung will Berichten zufolge eine strategische Reserve an Seltenen Erden für die landeseigene Technologieindustrie anlegen. Das sogenannte Project Vault solle knapp zwölf Milliarden Dollar (etwa
10,1 Milliarden Euro) kosten, schrieb die Regierung. Ziel sei es unter anderem, unabhängiger von Lieferungen aus China zu werden. Zuerst hatte die Agentur Bloomberg berichtet.

Von der Reserve sollen demnach Autohersteller und Technologiekonzerne in den USA profitieren, die auf Seltene Erden und andere wichtige Rohstoffe wie Kobalt oder Lithium angewiesen sind, schrieb die Regierung. Seltene Erden sind unter anderem für die Herstellung von Smartphones und Elektroautos nötig.

Finanziert werden soll die Reserve durch einen
Kredit der US-Export-Import-Bank in Höhe von zehn Milliarden
Dollar und fast 1,67 Milliarden Dollar an privatem Kapital. Die US-Regierung beteiligt sich bereits an dem Seltene-Erden-Unternehmen MP Materials und unterstützt die Unternehmen Vulcan Elements und USA Rare Earth finanziell. Nach Bekanntwerden der Pläne legten die Papiere der Bergbaufirmen USA Rare Earth, Critical
Metals und MP Materials um fast vier bis 9,5
Prozent zu.

Westen will unabhängiger von China werden

Auf China entfallen etwa 70 Prozent der weltweiten Förderung von Seltenen Erden
und 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung. Deutschland bezog 2025 zwei Drittel seiner Seltenen Erden aus China. Zuletzt hatte die chinesische Regierung die Ausfuhr von Seltenen Erden in die USA eingeschränkt

Neben den USA wollen auch andere Staaten unabhängiger von China werden. Zuletzt hatte der Europäische Rechnungshof bemängelt, dass Europa immer noch sehr von chinesischen Rohstoffen abhängig sei. Die Suche nach Alternativen stocke, so der Rechnungshof.

Die EU-Kommission stellte im Dezember Pläne für
eine Bevorratung von Rohstoffen vor. Ein Europäisches Zentrum für kritische Rohstoffe soll gemeinsame Einkäufe mehrerer EU-Staaten
koordinieren und Vorräte anlegen. Auch Japan hatte ähnliche Vorhaben angekündigt.