Industriepolitik: EU-Industriekommissar fordert Bevorzugung europäischer Unternehmen

In einem von mehr als 1.000 Unternehmenschefs unterzeichneten Aufruf hat der EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné eine Bevorzugung europäischer Firmen bei Beihilfen und öffentlichen Aufträgen gefordert. In seinem unter anderem im Handelsblatt veröffentlichten Gastbeitrag schrieb Séjourné: „Wir müssen ein für alle Mal eine echte europäische Präferenz in unseren strategisch wichtigsten Branchen etablieren.“ 

Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehörten unter anderem die Geschäftsführer von Thyssenkrupp Steel Europe, Bosch und Varta. Der Gastbeitrag wurde in mehreren europäischen Zeitungen veröffentlicht, darunter Les Echos in Frankreich, El Mundo in Spanien und Corriere della Sera in Italien.

Seine Forderung basiere auf einem einfachen Prinzip, schrieb der für den Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige EU-Kommissar. „Wann immer europäische öffentliche Gelder eingesetzt werden, müssen sie zur europäischen Produktion und zu hochwertigen Arbeitsplätzen beitragen“, schrieb Séjourné.

„Zölle, massive Subventionen, Exportbeschränkungen, Verletzungen geistigen Eigentums – der internationale Wettbewerb war noch nie so unfair“, klagte der EU-Kommissar. „Da die Handelsregeln neu definiert werden, haben wir keine Wahl mehr.“ Ohne eine ehrgeizige, wirksame und pragmatische
Industriepolitik sei die europäische Wirtschaft nur ein
„Spielfeld für ihre Wettbewerber“, ​warnte Séjourné.