Teilzeitarbeit: Work-Streit-Balance | DIE ZEIT

Die CDU stoppt die „Lifestyle-Teilzeit“ – erhöht aber zugleich den Druck: Die Deutschen sollen mehr arbeiten, weniger Leistungen bekommen. Das wird für Merz zum Problem.



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Teilzeitarbeit: Mehr Arbeiten, so sieht es die CDU, soll die Wirtschaft ankurbeln, nicht nur die Kaffeebranche.
Mehr Arbeiten, so sieht es die CDU, soll die Wirtschaft ankurbeln, nicht nur die Kaffeebranche.
© Katelyn Perry/​unsplash

So klingt es, wenn die CDU Schadensbegrenzung betreibt. „Die Deutschen sind nicht faul„, diesen Satz sagen sowohl der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn als auch der Vize-Parteichef vom Arbeitnehmerflügel, Karl-Josef Laumann, an diesem Sonntag wortgleich in Interviews. Der Konservative Spahn, Laumann als das soziale Gewissen der Partei – sie bilden das Spektrum der CDU ab. „Sehr fleißig“ seien die Deutschen sogar, ergänzt Laumann noch.

Die Äußerungen sind Reaktionen auf die einwöchige Debatte über die sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“, die der CDU entglitten ist. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), der Wirtschaftsflügel der Partei, wollte in einem Antrag für den CDU-Parteitag das allgemeine Recht auf Teilzeit beschneiden, es nur noch Pflegenden und Kinderbetreuenden gewähren, bei Weiterbildungen oder gesundheitlichen Einschränkungen. Das Echo war verheerend, auch in der Parteispitze schüttelten viele den Kopf – zumindest über die Formulierung. Am Sonntagabend soll mit (mehr oder weniger freundlicher) Unterstützung der Parteizentrale eine neue Version des MIT-Antrags stehen: ohne die Wortschöpfung „Lifestyle-Teilzeit“.