Geboren wurde Süssmuth 1937 in Wuppertal. Mit 34 Jahren wurde sie Professorin der Erziehungswissenschaften. Sie war in den 1970er Jahren Lehrstuhlinhaberin an der Universität Dortmund; zugleich wirkte sie in verschiedenen Gremien des Familienministeriums mit.
Zweite Bundestagspräsidentin
Von 1988 bis 1998 war sie als zweite Frau nach Annemarie Renger (SPD) Bundestagspräsidentin. In dieser Funktion engagierte sie sich für die Verhüllung des Reichstagsgebäudes durch das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude im Sommer 1995.
Während ihrer politischen Karriere setzte sich die CDU-Politikerin unter anderem für die Reform des Abtreibungsparagrafen 218 ein und engagierte sich für Aids-Kranke. Dabei gelang es ihr nach harten Kämpfen, den Grundsatz „Prävention statt Ausgrenzung“ durchzusetzen.
Auch in der in ihrer Partei sehr umstrittenen Migrationspolitik setzte die Politikerin Schwerpunkte: Bereits Mitte der 1990er Jahre war sie die erste prominente CDU-Politikerin, die ein Bekenntnis zu Deutschland als Einwanderungsland forderte. Von 2000 leitete sie bis 2001 die von der rot-grünen Bundesregierung eingesetzte Zuwanderungskommission. Von 2002 bis 2004 übernahm sie den Vorsitz des von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) gebildeten Sachverständigenrates für Zuwanderung und Integration. Von 2003 bis 2005 arbeitete sie in der Global Commission on International Migration mit, die die UNO eingesetzt hatte.
Auch nach ihrer politischen Karriere übernahm Süssmuth weiterhin zahlreiche öffentliche Ämter. 2003 wurde sie in die neu gegründete Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz („Limbach-Kommission“) berufen. Seit 2005 war sie Präsidentin des Deutschen Polen-Instituts, dessen Ehrenpräsidentin sie zuletzt war. Ebenso war Rita Süssmuth über 27 Jahre die Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbands, seit 2015 Ehrenpräsidentin des Verbands.
Auch als Katholikin engagierte sich Süssmuth. So leitete sie die Kommission „Ehe und Familie“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und amtierte von 1980 bis 1985 als Vizepräsidentin des Familienbunds der Katholiken.

