
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so wenig Heizungsanlagen
verkauft worden wie zuletzt 2010. Der Absatz über alle Geräteklassen hinweg ging 2025 um
zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, wie aus der Jahresbilanz des
Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervorgeht, die der
Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
Besonders die Nachfrage nach Ölheizungen brach demnach ein: 22.500
dieser Wärmeerzeuger wurden demnach verkauft, ein Minus von 74 Prozent. Auch
bei Gasheizungen wurde ein Rückgang um 36 Prozent innerhalb eines Jahres
verzeichnet – es wurden 229.000 Gasbrennwertkessel abgesetzt.
Einen deutlichen Zuwachs gab es hingegen bei Wärmepumpen,
die damit den Gasbrennwertkessel als bislang meistverkauften Wärmeerzeuger
ablösten. Der Absatz von Wärmepumpen stieg den Angaben zufolge im vergangenen
Jahr um 55 Prozent auf rund 299.000 Geräte.
„Die Lage ist schwierig“
Ein Plus von 23
Prozent gab es bei Biomasseheizungen, der Verkauf von Öfen für Holzpellets
legte dabei um 38 Prozent zu. Insgesamt waren es aber nur rund 29.000 Anlagen.
„Die Lage ist schwierig, die Heizungsindustrie steht
vor wirtschaftlichen Herausforderungen“, sagte BDH-Hauptgeschäftsführer
Markus Staudt der Welt am Sonntag. Er mahnte „endlich stabile gesetzliche
Vorgaben und Förderbedingungen“ an. Andernfalls sei mit „personellen
Maßnahmen“ wie Stellenabbau und Kurzarbeit zu rechnen. 2024 war der Absatz
von Heizanlagen den Angaben zufolge bereits um 25 Prozent eingebrochen.
Bundesregierung will Heizungsgesetz abschaffen
Die Bundesregierung wollte eigentlich bis Ende Januar
Eckpunkte eines neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vorlegen. Eine Sprecherin
des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Freitag, die Gespräche zwischen den
Ministerien und den Fraktionen liefen noch. „Wir sind sehr bemüht, da zu
einem baldigen Abschluss zu kommen.“
Die letzte Reform des GEG war von der Ampelregierung
verabschiedet worden und wird oft Heizungsgesetz genannt. CDU, CSU und SPD
vereinbarten in ihrem Koalitionsvertrag, dieses Gesetz „abzuschaffen“,
gleichzeitig will die SPD an der Grundidee festhalten, den Einbau
klimafreundlicher Heizungen voranzutreiben.
