Liveblog USA unter Trump: Justizministerium kündigt Untersuchung von Pretti-Tötung an

Lemon hatte am 18. Januar eine Gruppe von Aktivisten begleitet, die den Gottesdienst in einer Kirche in Minneapolis unterbrochen hatten. Angeblich arbeitete einer der Anwesenden für die Einwanderungsbehörde ICE, weshalb diese für den Protest ausgesucht worden sei, berichtete Lemon. Drei der Aktivisten sind ebenfalls in Gewahrsam genommen worden. Ihnen wird die Einschränkung der Bürgerrechte Dritter – also jener, die den Gottesdienst besuchen wollten – vorgeworfen.

Lemons Anwalt sagte in einer Stellungnahme, dessen Ingewahrsamnahme stelle eine Einschränkung der Pressefreiheit dar. Das Justizministerium solle lieber die tödlichen Schüsse auf zwei Protestler in Minneapolis in den vergangenen Wochen untersuchen.

Einen Tag nach der Aktion in Minneapolis hatte die stellvertretende Justizministerin Hameed Dhillon Lemon in einem Podcast angegriffen. Er habe genau gewusst, was passieren werde. Journalismus sei kein Schutz, wenn man Teil einer „kriminellen Verschwörung“ sei. Auch Präsident Donald Trump hatte sich zu Lemon geäußert. Die Art und Weise, wie der sich verhalten habe, sei „schrecklich“ gewesen, sagte Trump diese Woche bei einem Pressestatement im Weißen Haus.

In der vergangenen Woche hatte ein Richter den Antrag des Justizministeriums auf Ausstellung eines Haftbefehls noch abgelehnt. Die Entscheidung soll Justizministerin Bondi Medienberichten zufolge wütend gemacht haben.

Die Festsetzung von Lemon zog Kritik sowohl von Journalisten als auch von Politikern nach sich. So schrieb der Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, der Demokrat Hakeem Jeffries, am Freitag auf X, Lemon sei ein verdienter Journalist, dessen Arbeit vom ersten Verfassungszusatz geschützt sei. Es gebe keinen Grund, ihn in Gewahrsam zu nehmen. Die „Extremisten“ des Justizministeriums würden „alle für ihre Verbrechen gegen die Verfassung“ verantwortlich gemacht, schrieb Jeffries.