Die abgebrochene Abfahrt von Crans-Montana stand unter dem Eindruck des Sturzes von Lindsey Vonn – mittlerweile meldete sich die US-Amerikanerin zu Wort.
Vonn stürzte beim letzten Weltcup vor den Olympischen Spielen bei der Abfahrt in Crans-Montana. Die US-Amerikanerin kam nach einem weiten Sprung am Fuchsloch zu Fall und blieb in den Fangnetzen liegen. Sie konnte selbstständig ins Ziel fahren, fasste sich aber immer wieder an ihr linkes Knie – ihre Teilprothese ist im rechten Knie. Mit viel Applaus wurde die Top-Favoritin auf Gold vom Publikum begrüßt. Danach ging es für Vonn mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus.
Mittlerweile meldete sie sich per Instagram. „Mein Olympia-Traum ist noch nicht vorüber“, schrieb sie. Sie diskutiere mit den Ärzten die Situation, ihr linkes Knie werde weiterhin untersucht. Vonn gibt sich jedenfalls optimistisch: „Wenn es eine Sache gibt, die ich beherrsche, dann sind es Comebacks.“
Vonns Trainer bleibt positiv
„Wir sind nicht ganz sicher, sie wird jetzt untersucht“, sagte Vonns Trainer, der frühere Weltklasse-Abfahrer Aksel Lund Svindal, im ORF über die 41-Jährige. Sie habe „ein bisschen Schmerzen im linken Fuß und linken Knie“ gehabt, „aber ich bleibe positiv„, ergänzte der Norweger.
Nach Vonn, die als Sechste gestartet war, wurde das Rennen wegen zunehmenden Schneefalls abgebrochen. Zuvor waren schon die Österreicherin Nina Ortlieb und die Norwegerin Marte Monsen bei schlechter Sicht gestürzt.
DSV-Alpindirektor Maier: „Individuelle skifahrerische Fehler“
DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier machte den Organisatoren keinen Vorwurf. „Crans-Montana war schon immer eine schwierige Abfahrt und fordert ein bestimmtes Limit. Jede versucht bei extremen Bedingungen im Rennen besser zu sein, als im Training„, sagte Maier am ZDF-Mikrofon. „Die Präparation ist nicht schlecht, aber nicht ganz gleichmäßig, das ist eine extreme Herausforderung.“ Die Stürze führte er auf „individuelle skifahrerische Fehler“ zurück.
Die deutschen Starterinnen Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher konnten nach der Absage ins Renngeschehen nicht mehr eingreifen. Nach der Absage nach nur sechs Starterinnen geht das Rennen auch nicht in die Weltcup-Wertung ein.
Umstrittener Rennabbruch – Weidle-Winkelmann: „Lächerlich“
Fahrerinnen, die noch am Start standen, reagierten auf den Abbruch mit Unverständnis. „Das ist lächerlich„, sagte Weidle-Winkelmann. Vonns Teamkollegin und Weltmeister Breezy Johnson erinnerte daran, dass sie in diesem Winter schon bei schlechterer Sicht Rennen gefahren seien.
„Alle haben gesagt: Wir verstehen die Absage nicht so hundertprozentig„, meinte Athletensprecherin Cornelia Hütter aus Österreich. Renndirektor Peter Gerdol hielt dem entgegen: „Wir wollen keine Verletzungen haben.“
Lindsey Vonn nach ihrem Crash in Crans Montana
Crans-Montana gedenkt Brandopfer
Der Weltcup stand im Zeichen der Opfer der Brandkatastrophe der Silversternacht, bei der 40 Menschen ums Leben kamen. Der Zielbogen war schwarz gefärbt. Vor dem Rennen gab es eine Gedenkminute. „Es ist gut, dass wir das Rennen fahren können – im reduzierten Rahmen, ohne große Feierlichkeiten. Das ist das Mindeste, was man machen kann“, sagte Weidle-Winkelmann vor dem Rennen.
