Nationalmannschaft: Thomas Müller – „Wirtz, Woltemade und Musiala noch nicht richtig titelreif“

Thomas Müller weiß, wie es sich auf dem Thron des Fußballs anfühlt. Der 36-Jährige war bei der Weltmeisterschaft 2014 eine der prägendsten Figuren des Turniers. Müller erzielte beim Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft fünf Tore und gab dazu noch fünf Vorlagen.

Seit zwölf Jahren wartet die Nationalelf jetzt auf einen großen Titel. Bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften schied das Team jeweils blamabel in der Vorrunde aus. Im kommenden Sommer nimmt die DFB-Elf in den USA, Kanada und Mexiko einen neuen Anlauf.

Müller glaubt nicht daran, dass Deutschland den WM-Titel gewinnen kann. Er hält einige Schlüsselspieler und Jungstars wie Jamal Musiala, Florian Wirtz oder Nick Woltemade noch nicht bereit für den ganz großen Coup. „Das sind super talentierte Spieler, genial in ihren Aktionen, die jetzt schon prägend sein können und auch prägend sein werden“, sagte Müller bei Sky. „Aber da spüre ich jetzt noch nicht, dass sie schon richtig titelreif sind.“

„Wir haben das Potenzial, jeden zu schlagen“

Besonders in der Offensive ist die Nationalmannschaft hochtalentiert. Doch vielen Spielern fehle die Erfahrung, die bei einer WM ein wichtiger Faktor sei. Wirtz und Musiala sind 22, Woltemade nur ein Jahr älter. „Wir haben das Potenzial, jeden zu schlagen, aber auch das Potenzial, gegen jeden verlieren zu können. Das ist mein Gefühl“, sagt Müller.

Für den ganz großen Erfolg aber müsse eine Konstanz auf höchstem Niveau her. „Wir als Fußball-Nation hoffen natürlich darauf, dass diese Stabilität einkehrt und wir nicht nur diese Potenzialspieler haben, sondern wirklich Spieler, die bei internationalen Topklubs prägende Figuren sind – wie etwa Jo Kimmich jetzt seit Jahren beim FC Bayern oder ein Antonio Rüdiger.“ Der Abwehrspieler ist beim spanischen Rekordmeister Real Madrid aktiv.