Bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina spielt Anna Kjellbin für Schweden, Ronja Savolainen für Finnland. Das Paar könnte in der K. o.-Runde des Turniers aufeinandertreffen. Für beide ist jedoch klar, Romantik spielt in Mailand keine Rolle.
Es ist eine der besonderen Liebesgeschichten der Olympischen Spiele: Anna Kjellbin und Ronja Savolainen. Beide sind Profispielerinnen in der nordamerikanischen Profiliga (PWHL). Kjellbin spielt für die Toronto Sceptres, während Savolainen bei den Ottawa Charge unter Vertrag steht. Kennengelernt haben sich beide in Schweden. Nach fünf gemeinsamen Jahren gaben sie 2024 ihre Verlobung bekannt.
„Auf dem Eis ist sie meine Gegnerin“
Wenn sie gegeneinander spielen, blenden sie die Beziehung jedoch aus. „Es ist mir egal, wer vor mir steht, wenn sie es ist, werde ich sie checken. Wenn man spielt, dann spielt man einfach. Man denkt nicht wirklich darüber nach, wer da ist. „Auf dem Eis ist sie meine Gegnerin“„, sagte Savolainen über die Spiele gegen ihre Verlobte.
In Cortina nehmen beide für ihre Länder am olympischen Eishockeyturnier teil. Für Kjellbin sind es die ersten Spiele. Savolainen gewann in Peking 2022 mit Finnland die Bronzemedaille.
Die schwedische Nationalspielerin Anna Kjellbin spielt für die Toronto Sceptres.
Romantik spielt bei Olympia keine Rolle
Ein Aufeinandertreffen der Verlobten ist jedoch erst in der K. o.-Runde möglich. Savolainen stellte dazu selbstbewusst fest: „Ich bin normalerweise diejenige, die aus den Duellen, als Siegerin nach Hause geht.“
Die Romantik spielt in Mailand keine Rolle, da sind sich beide einig. Es sei eine Arbeitsreise und auf dem Eis gehe es nicht um Liebe, sondern um den Sport und die eigene Leistung. Auf die beim Eishockey gelegentlich auftretenden Schlägereien auf dem Eis angesprochen, entgegnete Savolainen: „Nein, ich glaube nicht, dass es jemals zu so einer Art von Kampf kommen wird. Aber es ist mir egal, wen ich checke, ich checke einfach.“
30 offene queere Spielerinnen unter Vertrag
Die PHWL, in der beide spielen, gilt als besonders Vorbild für queere und gleichgeschlechtliche Paare. In der Liga sind 30 offene queere Spielerinnen unter Vertrag. Zudem tritt Savolainen, nachdem sie von Kjellbin dazu ermutigt wurde, öffentlich als Vorbild für Menschen mit ADHS auf.
Das Paare im Frauen-Eishockey in der Liga gegeneinander antreten, ist also nichts Außergewöhnliches. Dass Kjellbin und Savolainen für ihre Nationen jetzt um Olympiamedaillen spielen, zieht jedoch besondere Aufmerksamkeit auf sich. Auch wenn Romantik und Konkurrenz nah beieinanderliegen, wäre Edelmetall für beide wohl die schönste Liebes- und Erfolgstory der Olympischen Spiele.
