Serien des Monats: Bridgerton, The Pitt, Ponies und mehr – Medien

Worum geht’s: Ein neuer Bridgerton-Spross muss verheiratet werden, diesmal trifft es Benedict (Luke Thompson). Auf einem Maskenball begegnet er einer unbekannten Schönen, so entspinnt sich eine Aschenputtel-Story mit der Zofe Sophie (Yerin Ha). Zum ersten Mal öffnet sich die Geschichte für die Belange der Hausangestellten.

Heimlicher Star: Das Familienoberhaupt, Lady Violet Bridgerton (Ruth Gemmell), will in dieser Staffel mehr, als ihre Kinder in die Ehe zu bringen.

Nicht geeignet für: die Netflix-müden. Auch diese neuen Folgen ziehen mit perfektem Tempo und Wendungen an der richtigen Stelle. Doch dieses auf Bingewatching optimierte Erzählen, das Netflix perfektioniert hat, ist am Ende ziemlich blutleer. Aurelie von Blazekovic

Bislang vier Folgen, auf Netflix.

Ponies

Wie geht verführen? Twila (Haley Lu Richardson) brieft Bea (Emilia Clarke) vor ihrem ersten Einsatz.
Wie geht verführen? Twila (Haley Lu Richardson) brieft Bea (Emilia Clarke) vor ihrem ersten Einsatz. (Foto: Peacock)

Worum geht’s: Moskau in den Siebzigern. Bea Grant und Twila Hasbeck begleiten eigentlich nur ihre Ehemänner, die für die CIA spionieren. Aber als beide angeblich bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen, begnügen sich die Witwen nicht mit lausigen Erklärungen. Sondern schulen selbst zu Agentinnen um. Und das bringt Pleiten, Pech und Pannen im Kalten Krieg.

Heimlicher Star: Haley Lu Richardson („The White Lotus“) spielt Twila Hasbeck zwar nah an der Grenze zur Karikatur, aber immer, wenn sie ins Bild kommt, wird es unterhaltsam. Und sehr komisch.

Nicht geeignet für: Moralisten oder Geschichtspedanten. Dafür wird zu lose mit historischen Fakten (und der aktuellen politischen Lage) umgegangen. Carolin Gasteiger

Acht Folgen auf Wow.

A Knight of Seven Kingdoms

Die beiden wird man mögen: Dunk (Peter Claffey) und Egg (Dexter Sol Ansell).
Die beiden wird man mögen: Dunk (Peter Claffey) und Egg (Dexter Sol Ansell). (Foto: Imago/Steffan Hill/Cinema Publishers Collecti)

Worum geht’s: Hat Dunk (Peter Claffey) das Zeug zum Ritter? Gemeinsam mit dem jungen Knappen Egg (Dexter Sol Ansell) reist er zu einem Turnier und erlebt ein nettes, kleines Abenteuer. Ein „Game of Thrones“-Ableger fast ohne Intrigen und ganz ohne Fabelwesen wie Drachen und Frauen. Nur ein paar Männer, die im Schlamm zelten, Bier saufen und sich vom Pferd stoßen wollen. Toll.

Heimlicher Star: die wirklich beachtliche Genital-Prothese von Ser Arlan.

Nicht geeignet für: Mittelalter-Muffel. Thore Rausch

Sechs Folgen, auf HBO Max.

The Pitt

Kurz mal durchatmen: Noah Wyle, Isa Briones and Tracy Ifeachor in (v.l.) warten auf Blutspenden.
Kurz mal durchatmen: Noah Wyle, Isa Briones and Tracy Ifeachor in (v.l.) warten auf Blutspenden. (Foto: Alamy Stock Photos/Landmark Media)

Worum geht’s: Stress, Überforderung, Leben und Tod. Noah Wyle ist Dr. Robby, der Chefarzt der Notaufnahme im Pittsburgh Trauma Medical Center, und hält irgendwie alles am Laufen. Doch der heftige Alltag eines Notarztes hinterlässt Spuren, Erinnerungen aus der Pandemie plagen ihn. Eine Gruppe Medizinstudenten lernt derweil, wie man mit spritzendem Blut und der immensen Verantwortung zurechtkommt. Die Zuschauer lernen es auch.

Heimlicher Star: In der Mitte der Notaufnahme steht die Pflegerin Dana hinter ihrem Pult und steuert den Laden. Die Schauspielerin Katherine LaNasa verleiht ihr eine Tiefe, die einen glauben lässt, man wüsste genau, wer diese Dana ist, und wie ihr wohl spärliches Privatleben so aussieht. Dabei folgt ihr keine Kamera nach Hause.

Nicht geeignet für: Hypochonder. Aurelie von Blazekovic

15 Folgen, auf HBO Max.

His & Hers

Jon Bernthal als Detective Jack Harper und Tessa Thompson als Anna.
Jon Bernthal als Detective Jack Harper und Tessa Thompson als Anna. (Foto: Courtesy of Netflix)

Worum geht’s: Eine junge Frau liegt blutüberströmt auf der Motorhaube eines Sportwagens. Das Auto steht im Wald, Regen fällt in Strömen, und der Oberkörper der Leiche ist mit Stichwunden übersät. Es ist der Auftakt einer komplizierten Mordermittlung in der US-amerikanischen Kleinstadt Dahlonega. Wer hat die Frau getötet? Und warum? Ein Geheimnis, das in ihre Highschool-Jahre zurückreicht.

Heimlicher Star: Ein Freundschaftsarmband, das bei der Obduktion entdeckt wird. Es wird im Laufe der Ermittlungen immer wieder auftauchen und deutet das mögliche Motiv des Täters an.

Nicht geeignet für: Ungeduldige. Denn in Dahlonega bleibt es bis zuletzt spannend. Kleinstadtbewohner, Mordermittler, TV-Moderatoren und Kamerateams – alle sind in den Fall verstrickt und geraten immer wieder unter Verdacht. Plot-Twist-Garantie bis zur letzten Minute. Amely Wild

Sechs Folgen, auf Netflix.

Boglands

Polizist Conall (Dónall Ó Héalai), der Sohn der Toten, und Journalistin Ciara-Kate (Hannah Brady) ermitteln auf eigene Faust.
Polizist Conall (Dónall Ó Héalai), der Sohn der Toten, und Journalistin Ciara-Kate (Hannah Brady) ermitteln auf eigene Faust. (Foto: Arte/Chris Barr)

Worum geht’s: Im Norden Irlands sorgt ein Cold Case für Aufruhr: Wer hat die Mutter des seelenwunden Lokalpolizisten Conall vor 15 Jahren im Moor versenkt? Das arbeitet Regisseur Philip Doherty in der schroff-schönen Landschaft Donagals durch die Augen einer zugereisten Podcasterin als Milieustudie am Rande der Zivilisation mit etwas Humor im Real-Crime-Ambiente auf.

Heimlicher Star: Gälisch. Wer die Serie im Original mit Untertiteln sieht, erfährt deutlich mehr über die Eigenheiten dieser Menschen.

Nicht geeignet für: Journalisten, die sich in Fiktionen per se falsch dargestellt sehen. Lokalreporterin Ciara-Kate (Hannah Brady) ist ein leicht nerviger Mix aus Karla Kolumna und Dolores Umbridge. Jan Freitag

Sechs Folgen, auf Arte.

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