Ostderby: Erste Festnahme nach Ausschreitungen beim Ostderby in Magdeburg

Nach den schweren Ausschreitungen beim Heimspiel des Fußballzweitligisten 1. FC Magdeburg am Samstag hat die Polizei einen 29-Jährigen festgenommen. Der Mann soll einen Polizisten mit einer Steinplatte angegriffen und verletzt haben, teilte die Polizei mit. Gegen ihn wird demnach wegen des Verdachts des versuchten Mordes, schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung sowie tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Nach seiner Festnahme wurde der Tatverdächtige einem Haftrichter am Amtsgericht Magdeburg vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ. Er wird in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.

Bei dem Spiel gegen Dynamo Dresden war es am vergangenen Samstag zu einer Gewalteskalation nahe dem Block der Heimfans gekommen. 70 Polizisten wurden dabei laut Behördenangaben verletzt, 17 der Beamten hätten im Krankenhaus behandelt werden müssen. Sie wurden unter anderem mit Steinen, Absperrgittern, Mülltonnen, Stühlen, Toiletten, Gehwegplatten und einem Gullydeckel beworfen. Die Polizei ermittelt in zwei weiteren Fällen wegen des Verdachts des versuchten Mordes.

Verein äußerte sich noch nicht zu möglichen Konsequenzen

Von den Ermittlern wird davon ausgegangen, dass die Gewalt gezielt herbeigeführt werden sollte. Am Vorabend des Spiels hatten sich nach Angaben der Polizei rund 90 Dynamo-Anhänger mit etwa 50 Fans aus Magdeburg im benachbarten Schönebeck zu einer Auseinandersetzung verabredet, die von der Polizei verhindert worden sei.

Insgesamt waren am Spieltag rund 600 Polizisten im Einsatz. Die
meisten kamen aus Sachsen-Anhalt, zudem unterstützten Kräfte aus
Brandenburg und Sachsen. Dynamo Dresden gewann das Ostderby mit 2:1. 

Der 1. FC Magdeburg hat sich noch nicht zu möglichen Konsequenzen geäußert. Man sei noch in der Aufarbeitung der Vorkommnisse, hieß es. Auch zu möglichen Änderungen am Sicherheitskonzept äußerte sich der Verein nicht.