Federal Reserve: US-Notenbank hält Leitzins stabil

Nach drei Senkungen in Serie hat die US-Notenbank den Leitzins erstmals wieder unverändert gelassen. Somit bleibt die Zinsspanne bei 3,5 bis 3,75 Prozent, wie der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) in Washington mitteilte. 

An den Finanzmärkten war mit dieser Zurückhaltung gerechnet worden. Experten rechnen für das laufende Jahr damit, dass die Fed den Leitzins in zwei Schritten senken dürfte, also bis auf 3,0 bis 3,25 Prozent. Die Zentralbank hatte den Leitzins im vergangenen Jahr um einen Dreiviertel-Prozentpunkt gesenkt, um den Arbeitsmarkt zu schützen. 

Konflikt zwischen Trump und Notenbank verschärft sich

Die Zinspause begründete die Fed damit, dass Inflation und die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt etwa gleich stark gewichtet worden seien und damit keine Senkung erforderlich sei. Für eine Beibehaltung stimmten insgesamt zehn der zwölf Mitglieder des Zentralbankrates. Lediglich der Fed-Gouverneur Christopher Wallner und der Berater von US-Präsident Donald Trump, Stephen Miran, sprachen sich für eine Senkung aus.

Die Abstimmung rückte aufgrund der jüngsten Eskalation zwischen der Regierung von Trump und Fed-Chef Jerome Powell in den Hintergrund. Experten sehen darin einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed. In einer seltenen Stellungnahme wies Powell strafrechtliche Ermittlungen gegen Trump und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück. „Die Drohung mit einer Anklage ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze nach bestem Wissen und Gewissen im öffentlichen Interesse festlegt und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgt“, sagte Powell. Er werde sein Amt weiter „integer und im Dienste des amerikanischen Volkes ausführen“.

Den Ermittlungen waren monatelange Angriffe Trumps gegen Powell vorangegangen. Der Präsident will um jeden Preis einen besonders niedrigen Leitzins durchgesetzt sehen und macht den Notenbankchef höchstpersönlich dafür verantwortlich, dass die Fed den Zins bislang nur zögerlich lockerte. In der Folge beleidigte Trump Powell regelmäßig und verlangte seine Entlassung. Powells Amtszeit an der Spitze der Zentralbank endet im ⁠Mai. Ob er danach als einfaches ‌Direktoriumsmitglied im Fed-Führungsgremium bleibt, hat er offen gelassen.