Boris Lochthofen wird neuer Programmdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks • Medieninsider

Er übernimmt ab April 2026 für fünf Jahre die Leitung der neu geschaffenen gemeinsamen Programmdirektion Halle/Leipzig. Der Rundfunkrat folgte dem Vorschlag von Intendant Ralf Ludwig mit großer Mehrheit. Die Zusammenführung der bisherigen Programmdirektionen gilt als größte Strukturreform in der Geschichte des Senders.

Der Entscheidung war eine Niederlage für Ludwig im Rundfunkrat vorausgegangen. Er hatte geplant, die bisherige Programmdirektorin Halle und kommissarische Leiterin Leipzig, Jana Brandt, dauerhaft mit beiden Programmbereichen zu betrauen. Dafür verfehlte Brandt in mehreren Wahlgängen die notwendige Zweidrittelmehrheit; auf eine weitere Abstimmung wurde verzichtet. Als ein Grund für den Widerstand gelten nach Berichten unter anderem Diskussionen über ihre Vergütung, die intern und politisch für Kritik sorgte.

Mit der Personalie hängt auch der Sparkurs des Senders zusammen. Der MDR will von 2025 bis 2028 insgesamt rund 160 Millionen Euro einsparen, nachdem die Gewinnrücklagen weitgehend aufgebraucht sind. Künftig soll eine gemeinsame Programmdirektion die Verantwortung für Fernsehen, Hörfunk und digitale Angebote tragen; damit sinkt die Zahl der Direktionen von acht auf sieben, um Doppelstrukturen abzubauen.

Lochthofen kehrt damit nach gut zwei Jahren zum MDR zurück. Von 2016 bis Ende 2023 leitete er das MDR‑Landesfunkhaus Thüringen. Im Frühjahr 2023 war er zeitweise als möglicher Nachfolger der damaligen Intendantin Karola Wille im Gespräch, unterlag jedoch im Verwaltungsrat Ralf Ludwig. Nach seinem Abschied wechselte er in die Privatwirtschaft und war unter anderem als geschäftsführender Gesellschafter der Radioholding Teutocast tätig.

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