
Der jamaikanische Musiker und zweifache Grammy-Gewinner Sly Dunbar
ist tot. Der Schlagzeuger des legendären Reggae-Duos Sly & Robbie
starb im Alter von 73 Jahren zu Hause in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston, wie
das Kulturministerium von Jamaika mitteilte. Dunbar
sei ein „wahrlich begabter und bemerkenswerter Musiker“ und „einer der
größten Schlagzeuger überhaupt“ gewesen, schrieb die jamaikanische Kulturministerin Olivia
Grange. Sein Tod sei ein großer Verlust für die Musik.
Dunbars
langjährige Ehefrau Thelma bestätigte dem Jamaica Gleaner den
überraschenden Tod ihres Mannes. „Gegen 7 Uhr am Morgen ging
ich ihn wecken und er reagierte nicht, ich rief den Arzt“, sagte sie der Zeitung unter Tränen. „Ich wusste, er
war krank … Aber ich wusste nicht, dass er so krank war.“ In einem Statement der Familie, das dem Portal TMZ vorliegt, heißt es: „Sein
außergewöhnliches Talent, seine Innovation und seine Beiträge werden
nie in Vergessenheit geraten.“
Zwei Grammys und Auftritte mit den Rolling Stones
Der Jamaikaner prägte zusammen mit dem im Jahr 2021 gestorbenen Bassisten Robbie Shakespeare
als Sly & Robbie den Reggae-Sound der 1970er- und 1980er-Jahre und war einer der einflussreichsten Schlagzeuger seiner
Generation. „Wenn Sie eine Reggae-Platte kaufen, liegt die Chance bei 90
Prozent, dass der Schlagzeuger Sly Dunbar ist“, sagte die Produzenten-Legende Brian Eno über ihn.
Dunbar gab in
Reggae-Klassikern von Black Uhuru, Jimmy Cliff und Peter Tosh den Takt
vor und erreichte damit Aufmerksamkeit weit über die Grenzen seines
Heimatlandes Jamaika hinaus. Er war zudem auf drei Alben von Grace Jones zu hören, trommelte auf
vier Alben von Serge Gainsbourg und drei von Bob Dylan. Sly & Robbie wirkten auch bei vielen
internationalen Größen als Unterstützung, darunter Bands
wie No Doubt, die Rolling Stones und die Fugees.
Wie nachhaltig Dunbar
die Reggae-Szene prägte, lässt sich allein an den 13
Grammy-Nominierungen von 1981 bis 2013 ablesen. Zweimal (1985 und 1999) gewann er die Trophäe für gemeinsame Projekte mit Robbie Shakespeare.
