

Die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligaklubs Eintracht Frankfurt haben die eigenen Anhänger nach wiederholten Ausschreitungen und Pyrotechnik-Vorfällen gerügt. „Wenn etwas die Hand verlässt – ob brennend oder nicht – und in den Innenraum oder auf andere Menschen geworfen oder geschossen wird und diese dadurch gefährdet, kann das nicht geduldet werden“, sagte Präsident Mathias Beck auf der Mitgliederversammlung.
Eintracht Frankfurt kurz vor Trainer-Verpflichtung
Dieses Fehlverhalten schwäche den Verein, erklärte Vorstandssprecher Axel Hellmann. „Weil wir einfach ein Klub sind, der nur stark ist in dieser Verbindung.“ Nach fünf Auswärtsausschlüssen in sieben Spielzeiten müsse der Klub „an Stellschrauben drehen, die die Risiken reduzieren, dass sich das fortsetzt“, äußerte Hellmann.
Die Eintracht steht derweil kurz vor der Verpflichtung eines neuen Trainers. Man sei „auf der Zielgeraden der Verständigung“, sagte Hellmann. Man werde „in Kürze den neuen Trainer vorstellen“. Die Eintracht hatte sich vor gut einer Woche von Coach Dino Toppmöller getrennt und damit auf die sportliche Krise reagiert.
Vor allem das Ziel abermalige Europapokal-Qualifikation ist als Tabellenachter gefährdet. Als Kandidaten für die Nachfolge von Toppmöller werden unter anderem der frühere Dortmunder und Leipziger Trainer Marco Rose sowie St. Paulis Coach Alexander Blessin gehandelt.
Im sportlich unbedeutenden Champions-League-Spiel zu Hause gegen Tottenham Hotspur am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) wird wie schon zuletzt das Interimsduo Dennis Schmitt und Alexander Meier das Team betreuen. Schon vor dem letzten Spieltag steht fest, dass die Eintracht die K.-o.-Phase nicht mehr erreichen kann.
Axel Hellmann: „Den Kader falsch eingeschätzt“
Es habe am Ende der Amtszeit von Toppmöller die Überzeugung in den 45-Jährigen gefehlt, äußerte Hellmann. Er kritisierte indirekt aber auch die Verantwortlichen um Kaderplaner und Sportvorstand Markus Krösche. „Ich glaube, wir haben an der einen oder anderen Stelle und Position den Kader falsch eingeschätzt, und wir müssen feststellen, die eine oder andere Personalie hat schlichtweg nicht funktioniert“, sagte Hellmann.
Die Frankfurter müssen demnächst aber wieder auf Offensiv-Juwel Can Uzun verzichten. Der 20-Jährige fehlt bis auf Weiteres wegen einer muskulären Verletzung im Oberschenkel, wie die Eintracht mitteilte. Uzun zog sich die Verletzung am Samstag beim 1:3 gegen die TSG 1899 Hoffenheim zu. Er wurde in der 61. Minute ausgewechselt.
Uzun war schon im November des vergangenen Jahres mehrere Wochen wegen einer Muskelverletzung ausgefallen. Der türkische Nationalspieler kommt in dieser Saison wettbewerbsübergreifend auf acht Tore und fünf Vorlagen.
Die Eintracht vermeldete derweil ein Rekordhoch bei den Mitgliederzahlen. Wie Präsident Beck bei der Mitgliedersammlung mitteilte, zählen inzwischen 160.000 Menschen zum Klub. „Dies zeigt, dass wir als gesamter Klub weiterhin auf einem guten Weg sind, dass wir sowohl Fans für den Fußball als auch Aktive für den Sport unter dem Dach der Eintracht begeistern und mit unseren Angeboten überzeugen können“, wurde Beck zitiert.
Damit bleibt die Eintracht einer der größten Sportvereine Deutschlands und der größte Mehrspartensportverein der Welt mit einer Profifußballmannschaft. „Und wir wachsen weiter“, bekräftigte Beck. Im vergangenen Jahr war noch die Zahl von 150.000 Mitgliedern geknackt worden. Innerhalb von zwei Jahren ist sie um 21.000 gestiegen. Das Mitgliederwachstum sei eine der „großen Erfolgsgeschichten der letzten Jahre“, so Beck.
