Wohnen und Inflation: Immobilienpreise sind 2025 stärker gestiegen als Inflation

Die Preise für
Wohnimmobilien
sind im vergangenen ‌Jahr einer Studie zufolge
stärker gestiegen als die Inflation. Eigentumswohnungen kosteten
im Schlussquartal 2025 3,8 Prozent mehr als Ende 2024, wie aus der
Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW)
hervorging. 

Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich demnach
um ‍2,8 Prozent. Die Verbraucherpreise legten ​2025
um durchschnittlich 2,2 Prozent zu. „Damit liegen die
Kaufpreissteigerungen ‌insgesamt oberhalb der Inflationsrate und
deuten auf reale Preiszuwächse hin“, teilten die IW-Forscher Pekka ⁠Sagner und Michael Voigtländer mit.

Im kurzfristigen Quartalsvergleich ​zeigte sich der IW-Studie zufolge eine
uneinheitliche Entwicklung. Eigentumswohnungen wurden von Oktober bis Dezember um 0,2 Prozent teurer im Vergleich zu den
vorangegangenen drei Monaten. Dagegen ⁠sanken die Preise für Ein-
und Zweifamilienhäuser um 0,9 Prozent. „Ursächlich für das
schwache letzte Quartal könnte zum einen das steigende
Zinsniveau gewesen sein, andererseits aber auch der Druck vieler
Verkäufer, einen Verkauf noch zum Jahresende zu realisieren“, teilte das IW mit.

Mieten steigen stärker an als Kaufpreise

Die Kaufpreise insgesamt stiegen in den zehn größten deutschen Städten weiter an, wobei sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Standorten zeigten. Besonders ausgeprägt war der Preisanstieg in Dortmund (+5,5 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2024), Köln (+4,9 Prozent), ‍Düsseldorf (+4,7 Prozent) sowie Essen (+4,2 Prozent). Auch Hamburg (+4,1 Prozent) und Leipzig (+3,7 Prozent) verzeichnen spürbare Preissteigerungen. In Frankfurt am Main (+2,7 Prozent) und Berlin (+1,8 Prozent) fiel das Wachstum verhaltener aus, während München (+0,7 Prozent) und Stuttgart (+1,1 Prozent) die geringste Dynamik zeigten.

Noch stärker als ⁠die Kaufpreise stiegen die Preise bei neuen Mietverträgen. Diese legten im vergangenen Jahr bundesweit um 4,1 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2024 zu. „Eine Entspannung der Mietmärkte ist damit weiterhin nicht ⁠erkennbar“, sagten die IW-Forscherinnen und Forscher. Besonders hohe Mietzuwächse zeigen sich in Köln (+7,6 ⁠Prozent), Leipzig (+5,9 Prozent) und Hamburg (+5,4 Prozent). Auch in München (+4,6 Prozent), Essen und Stuttgart (jeweils +3,9 Prozent) stiegen die Preise deutlich an.

Wegen der hohen Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot dürfte der Mietmarkt weiter angespannt bleiben, schrieb das IW. „Eine Entlastung ist empirisch weder in der regionalen Breite noch in den ⁠großen Städten erkennbar“, hieß es. So werde die Belastung erhöht, insbesondere für mobile Haushalte und Neuzuziehende. Notwendig ‍sei eine Ausweitung des Wohnungsangebots über schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse, höhere Neubauaktivität und eine stärkere Aktivierung von Flächen, forderten die Forscherinnen des IW.