FC Villarreal verliert gegen Real Madrid – Sport

Es war keine große Überraschung, dass der FC Villarreal – am kommenden Mittwoch Gast und Gegner von Bayer Leverkusen in der Champions League – am Samstagabend gegen Real Madrid (0:2) verlor. Villarreal hatte in den sieben vorangegangenen Spielen gegen Mannschaften, die auf den ersten Plätzen der Tabelle der spanischen Liga stehen, nur einen Sieg gefeiert und vier verloren. Eine größere Überraschung war, in welcher Weise die Belegschaft Real Madrids in Villarreal auch gegen den Ball arbeitete. Denn sie verfestigte damit einen Eindruck, der sich schon unter der Woche gegen die AS Monaco in der Champions League aufgedrängt hatte: Sie arbeitet nun nicht mehr gegen den Trainer, der neulich noch Xabi Alonso hieß, sondern für den Coach, der seit nahezu zwei Wochen Álvaro Arbeloa heißt. Sogar der Ex-Dortmunder Jude Bellingham zeigt nunmehr erkennbar Arbeitsethos.

Einfach geriet Reals Sieg dennoch nicht; die Partie blieb bis zur Halbzeit torlos. Allerdings dürfte es Real Madrid durchaus in die Karten gespielt haben, dass Villarreal da schon einen herben Rückschlag zu verkraften hatte. Juan Foyth, 2022 in Katar Teil des argentinischen Weltmeisterkaders, hatte nach einer halben Stunde einen Achillessehnenriss erlitten; sein Traum, im Sommer zur WM nach Nordamerika zu fahren, ist damit aller Voraussicht nach vorbei.

Und damit zurück zum Sieg von Real Madrid, der durch zwei Tore von Kylian Mbappé zustande kam. Er traf erst per Abstauber (47.) und dann per Foulelfmeter in der Nachspielzeit und „à la Panenka“. Was das heißt? Dass Mbappé den Ball vom Elfmeterpunkt in die Mitte des Tores lupfte und Villarreals Torwart Luiz Júnior ähnlich ins Leere flog wie DFB-Schlussmann Sepp Maier, als ihn Antonin Panenka im Europameisterschaftsfinale 1976 narrte.

Ein Clou war Mbappés Chip vor allem, weil Arbeloa in der 80. Minute den marokkanischen Nationalspieler Brahim eingewechselt hatte. Brahim hatte sich in der Vorwoche im Afrika-Cup-Finale in Marokko ebenfalls an einem Panenka versucht – und war weltberühmt geworden. Er schaufelte den Ball in die Arme von Torwart Édouard Mendy, Senegal siegte in der Verlängerung. Was Brahim dachte, als Mbappé ihm sozusagen „voilà“ zurief und zeigte, wie man es richtig macht? Gute Frage. Beleidigt war Brahim offenkundig nicht. Er lief zu Mbappé, und dieser soll Brahim nicht nur geherzt, sondern zumindest im übertragenen Sinn gesagt haben: „Pour toi, mon cher“, zu Deutsch: Für dich, mein Lieber.