Es ist ein Abschied, der vielen Fans nahegeht: Renard Henry „Rennie“ Hatzke (70) verlässt die Münchener Freiheit aus gesundheitlichen Gründen. Die Band machte die Nachricht am Mittwoch über ihre Social-Media-Kanäle öffentlich. Mit ihm geht nicht nur ein langjähriges Bandmitglied, sondern ein Musiker, der den Sound der Münchner Kultband über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hat.
Schlagzeuger „Rennie“ Hatzke hört auf
„Zu meinem tiefsten Bedauern muss ich Euch heute mitteilen, dass mein gesundheitlicher Zustand mir nicht mehr erlaubt, mit den Jungs auf Tournee zu gehen und für Euch mit auf der Bühne zu sitzen“, heißt es in dem offiziellen Instagram-Statement. Über vier Jahrzehnte lang seien die Band und ihre Fans sein „ganzer Lebensinhalt“ gewesen. Hatzke gehörte der Münchner Kultband seit 1983 an und prägte ihren Sound über Jahrzehnte hinweg als Schlagzeuger maßgeblich.
Band-Kollege Michael Kunzi: „Das Ende einer Ära“
Die Abendzeitung erreicht Bassist Michael Kunzi (67) telefonisch. Ein Interview mit Hatzke selbst war aufgrund seines gesundheitlichen Zustands leider nicht möglich. Kunzi schildert die außergewöhnlich enge Verbindung zu seinem langjährigen Weggefährten: „Wir waren in den 80er-Jahren fast täglich zusammen und sind durch dick und dünn gegangen. Das ist schon so ein bisschen eheähnlich“, sagt er. Auf Tour teilten sie nebeneinanderliegende Hotelzimmer, verbrachten die Abende gemeinsam an der Hotelbar – und standen am nächsten Tag wieder zusammen auf der Bühne.

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„Rennie und ich waren 40 Jahre lang der Maschinenraum der Münchener Freiheit, denn Bass und Schlagzeug sind eine Einheit“, erklärt Kunzi. Das Ausscheiden Hatzkes bezeichnet er als „Ende einer Ära“ und als Abschied der ursprünglichen Rhythmusgruppe der Band. Der Verlust wiege auch emotional schwer: „Ja, natürlich werden wir Rennie in seiner ganz eigenen Art vermissen – harte Schale, weicher Kern, mit seinem einzigartigen Humor. Wenn man über 40 Jahre die Bühne geteilt und auch das Tourleben zusammen verbracht hat, ist das schon ein großer Verlust.“
Kunzi: „Rennie war der Stimmungsmacher“
Neben seiner musikalischen Bedeutung wird Hatzke vor allem als Mensch fehlen. „Rennie war der Stimmungsmacher und Spaßvogel der Band“, erzählt Kunzi. Er habe stets die „verrücktesten Einfälle“ gehabt und „immer noch einen draufgesetzt“. Eine besonders prägende Erinnerung verbindet Kunzi mit einem Auftritt in der TV-Sendung „Ein Herz für Kinder“, damals moderiert von Frank Elstner. Im Finale stellten sich alle Beteiligten vor dem leuchtenden Schriftzug der Sendung auf – wobei Hatzke, bewusst oder unbewusst, das „K“ im Logo verdeckte. Erst im Nachhinein bemerkte die Band, dass dadurch der Schriftzug „Ein Herz für Inder“ zu lesen war. In der Redaktion der Sendung wurde der Vorfall offenbar ernster genommen und an das Management gemeldet. Für Kunzi sind es genau solche Anekdoten, die Hatzkes Rolle im Bandalltag ausmachten.
Dabei sei die Münchener Freiheit weit mehr gewesen als nur eine musikalische Zweckgemeinschaft. „Wir waren nicht nur eine Band, sondern Freunde, die zusammen verdammt viel erlebt haben“, betont Kunzi. Umso wichtiger sei es ihm klarzustellen, dass man „im Guten auseinandergeht“. Hatzke verfolge die Zukunft der Band weiterhin mit großem Interesse und Wohlwollen.
Neuer Schlagzeuger seit letztem Jahr
Bereits seit 2024 stand Hatzke nicht mehr auf der Bühne und wurde seither durch einen Ersatz-Schlagzeuger vertreten. „Wir haben immer seinen Platz freigehalten“, sagt Kunzi. Die Hoffnung auf eine Rückkehr habe man nie aufgegeben. Letztlich habe Hatzke jedoch selbst die Entscheidung getroffen, nicht mehr Teil der Band sein zu können.
Seit Mai 2025 sitzt nun Saša Marić am Schlagzeug der Münchener Freiheit. Hatzke selbst bezeichnet ihn als „feinen Könner“ und richtet einen Wunsch an die Fans: „Ich bitte Euch, diesen Mann ebenso in Euer Herz zu schließen, denn er verdient es sicherlich“.
