

Rund 66 Minuten saß der neue Star auf der Bank, dann erlebte Edin Džeko den Mythos Schalke 04 bei seinem umjubelten Debüt hautnah mit. Der Tabellenführer kam dank eines Treffers des Neuzugangs nach einem Zwei-Tore-Rückstand zurück und holte am 19. Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga noch ein 2:2 (0:0) im Traditionsduell mit dem 1. FC Kaiserslautern.
Top-Joker Ivan Prtajin traf zunächst für den FCK (61. und 84). Džeko (87.) und Kenan Karaman (90.) waren für Schalke erfolgreich.
„Er ist ein Superstar, ein Champion, der zu Schalke wollte. Er wird mithelfen, damit wir den nächsten Schritt machen“, sagte Trainer Miron Muslic kurz vor dem Anpfiff bei Sky über Džeko: „Wir wollen Džeko Schritt für Schritt aufbauen. Dass Edin da ist, tut uns allen gut.“ Sportvorstand Frank Baumann gab zu Protokoll, dass es dem 39 Jahre alten bosnischen Altstar nicht um das Finanzielle ging: „Er verzichtet auf sehr viel Geld, damit er für Schalke spielen kann.“
Džeko-Einwechslung bringt Schwung
Nach der Verpflichtung von Džeko treibt Schalke seine Personalplanungen weiter voran. Angreifer Moussa Sylla steht vor einem Wechsel in die USA (New York City FC), sieben Millionen Euro stehen als Ablöse im Raum. Der frühere Kölner Dejan Ljubicic wird im Gegenzug kommen, falls er am Montag den Medizincheck besteht.
In der ausverkauften Arena begannen die Gäste stark, die erste große Chance hatte aber der aufgerückte Schalker Verteidiger Hasan Kurucay per Kopf (13.). Auch nach dieser Szene blieb der FCK die bessere Mannschaft, es fehlte allerdings die Durchschlagskraft in der Offensive.
In der 31. Minute hätten sich die „Roten Teufel“ fast für ihren guten Auftritt belohnt. Kapitän Marlon Ritter scheiterte am Schalker Torwart Loris Karius. Sechs Minuten später konnte wieder Ritter nicht verwerten.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließen die Pfälzer etwas nach, Schalke wurde stärker. Finn Porath (57.) und Timo Becker (58.) nutzten gute Möglichkeiten nicht. Besser machte es der nur wenige Sekunden zuvor eingewechselte Prtajin per Kopf. Mit seinem ersten Ballkontakt erzielte der FCK-Angreifer sein zehntes Saisontor.
In der 67. Minute kam dann der einstige Bundesliga-Torschützenkönig Džeko auf den Platz. Die Einwechslung brachte die Schalker Offensive direkt in Schwung, in der 72. Minute kam Džeko zu seinem ersten Kopfball-Ansatz. Prtajin schloss wenig später einen Konter stark ab, das galt kurz darauf auch für Džeko, der sehenswert die Aufholjagd einleitete.
Auch Paderborn gelingt die Aufholjagd
Der SC Paderborn hat nach einer erfolgreichen Aufholjagd durch Torjäger Steffen Tigges den dritten Platz erobert. Die Ostwestfalen gewannen das Derby gegen Preußen Münster nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1 (0:1) und überholten mit nun 36 Punkten den bisherigen Dritten SV Elversberg. Die seit nunmehr fünf Spielen sieglosen Gäste hingegen fielen mit weiterhin 20 Punkten auf den 15. Tabellenrang zurück und stecken weiterhin im Abstiegskampf fest.
Vor 14.667 Zuschauern in der Paderborner Arena erzielte Etienne Amenyido (2. Minute) nach einem schönen Angriff über die rechte Angriffsseite mit einem Kopfballtreffer das 1:0 für die Münsteraner, die von der 28. Minute an in Unterzahl spielen mussten. Yassine Bouchama sah nach einem groben Foulspiel gegen Raphael Obermair die Rote Karte. Paderborn erspielte sich eine Reihe von Chancen und kam durch die Treffer des eingewechselten Steffen Tigges (50./80.) noch zum Sieg.
Elversberg verpasst Heimsieg
Die SV Elversberg bleibt in dieser Saison zu Hause an der Kaiserlinde ungeschlagen, fällt im Kampf um den Aufstieg aber auf den vierten Tabellenplatz zurück. Die klar überlegene Mannschaft von Trainer Vincent Wagner betrieb beim 1:1 (0:1) gegen den VfL Bochum Chancenwucher.
Mats Pannewig (24. Minute) hatte Bochum vor 9.307 Zuschauern auf der Stadion-Baustelle wie aus dem Nichts in Führung gebracht. Lukas Petkov (53.) glich für die Saarländer aus.
Die Gäste bleiben nach dem 20. Spieltag in gefährlicher Nähe der Abstiegszone, auch wenn sie die zweite Niederlage seit dem Amtsantritt von Chefcoach Uwe Rösler Anfang Oktober gerade noch vermeiden konnten.
Tolle Einzelaktion von Pannewig
Die Gastgeber starteten stürmisch in die Partie, wurden aber kalt erwischt. Pannewig nahm den Ball im Strafraum gekonnt an, ließ Jan Gyamerah stehen, der bei Bochums 2:0 im Hinspiel nach sechs Minuten die zweitschnellste Gelb-Rote-Karte der Zweitligageschichte gesehen hatte, und schoss zum überraschenden 1:0 ein.
Mit einer Fünfer-Abwehrkette versuchten die Gäste nach der Pause, den Vorsprung zu verteidigen. Doch die SVE machte weiter Druck und Petkov schoss über Torwart Timo Horn hinweg vom Fünfmetereck zum Ausgleich ein. Mehr Zählbares gelang Elversberg trotz aller Offensivbemühungen nicht.
