Bundesliga aktuell: Der übliche Frankfurter Gegentor-Hattrick – Sport

Der FC Bayern kann verlieren. Das ist natürlich die Nachricht des Spieltages. Alles zum Augsburger 2:1-Sieg in München und dem Ende des bayerischen Ziels, eine ungeschlagene Xabi-Alonso-Saison zu spielen, finden Sie hier. Alle weiteren Ergebnisse und die Tabelle der FußballBundesliga sind hier zu finden. Aber auch jenseits des FCA-Coups war am Samstag einiges los in der Fußball-Bundesliga.

Vermeidet Eintracht Frankfurt endlich den Gegentor-Hattrick?

Nein. Im fünften Spiel nacheinander schießt der Gegner drei Tore gegen die Eintracht: Dortmund, Stuttgart, Bremen, Agdam, jetzt Hoffenheim hatten keine Schwierigkeiten mit der „Defensive“ der Hessen. Der während dieser Serie entlassene Trainer Dino Toppmöller kann sich damit trösten, dass zumindest sein Interimsnachfolger Dennis Schmitt keine schnelle Lösung für das Problem gefunden hat. Für die Eintracht wird das so langsam peinlich und problematisch. Die Champions-League-Plätze entfernen sich rasant – und Hoffenheim untermauert mit diesem Auftritt im Waldstadion einmal mehr den Anspruch auf einen solchen.

Dabei begann der Tag aus Sicht der Eintracht gut: Arnaud Kalimuendo, im Winter aus Nottingham geliehen, ersprintete einen schönen Lupfer von Can Uzun und erzielte die Führung nach 18 Minuten. Hoffenheim hatte danach zweimal die große Chance zum Ausgleich, aber zweimal war der zuletzt viel kritisierte Torhüter Kaua Santos da, einmal gegen Fisnik Asllanis Schuss (39.), einmal gegen Wouter Burgers Kopfball (45.+1).

Der Niederländer Burger, seit Wochen in einer überragenden Form, bereitete dann direkt nach der Pause den Ausgleich vor. Seine präzise Flanke fand den Kopf von Max Moerstedt, deutscher Juniorennationalstürmer mit Gardemaß (1,94 Meter): Er erzielte sein erstes Bundesligator. Auch beim zweiten TSG-Treffer bekam Burger den Assist gutgeschrieben, diesmal köpfte Ozan Kabak ein. Und um die Frankfurter Abwehrmisere noch besser zu illustrieren, fälschte Aurele Amenda eine Hereingabe von Vladimir Coufal ins eigene Netz ab.

Welcher Trainer nun Frankfurt auch übernimmt, er wird auf eine von sich selbst traumatisierte Abwehr treffen. Es gab schon einfacherer Aufgaben in der Bundesliga.

Welchen Trainer trifft der Werder-Bremen-Fluch als Nächstes?

Apropos neuer Trainer: Vier der sechs Trainerwechsel in der aktuellen Bundesligasaison fanden nach Spielen gegen Bremen statt. Erik ten Hag (Leverkusen), Gerardo Seoane (Gladbach), Paul Simonis (Wolfsburg) und zuletzt Toppmöller mussten unmittelbar nach einer Partie gegen Werder gehen. Das führt im hämischen Teil des Fußballumfelds einerseits zu dem Witz, dass es eben Konsequenzen hat, wenn man noch nicht mal diese selten überzeugende Bremer Mannschaft besiegt. Andererseits sei ja, wer das fünfte Opfer des Werder-Fluchs sein wird. Oder?

Nun, Ziel des Spotts ist diesmal Bremens eigener Trainer Horst Steffen, der gegen Leverkusen sein neuntes siegloses Spiel in Serie vollendete. Denn, klar, Steffen müsste im Fall der Fälle selbstredend nach einem Werder-Spiel gehen. Und Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand musste zwar gerade durch das erste kleine Tal seiner Amtszeit schreiten, aber vor der Ablösung steht er nicht. Erst recht nicht nach dem 1:0 vom Samstag, das Lucas Vazquez mit seinem ersten Tor für Leverkusen sicherte.

Ist der Urs-Fischer-Effekt schon vorbei?

Der FSV Mainz 05 hat sich wie der FC Augsburg über die Jahre der Erstligazugehörigkeit eine Aura der Unabsteigbarkeit. Und als der pragmatische und geschätzte Urs Fischer als Trainer übernahm, war die Prognose klar: Jetzt beginnt die übliche Aufholjagd. Und so schien es auch zu kommen. Keines seiner ersten sechs Spiele verlor der Schweizer, erst vergangene Woche kippte die Partie beim 1:2 in Köln nach der 1:0-Führung noch, die Leistung aber stimmte. Und auch diesmal stimmte gegen Wolfsburg viel, zwölf Torschüsse allein in Halbzeit eins, nur das Ergebnis stimmte nicht. Zunächst.

Nachdem der vom Afrika-Cup zurückgekehrte Mohamed Amoura per Hacke das 1:0 für den VfL erzielte, hatte Mainz schon alle Chancen, ins Spiel zurückzukehren. Aber erst verschoss der im Winter aus Augsburg gekommene Philipp Tietz einen (schmeichelhaft gepfiffenen) Elfmeter, vor der Pause vergab Benedict Hollerbach für Mainz dann aus fünf Metern. Doch in der zweiten Halbzeit verwerte der FSV seine Gelegenheiten. Tietz machte seinen Fehlschuss wieder gut, Hollerbach legte auf Stefan Bell auf und Nadiem Amiri verwandelte einen Elfmeter, nach dessen Pfiff man mal wieder über Recht und Gerechtigkeit bei Handspielen diskutieren könnte. Dzenan Pejcinovic war eine Flanke auf die Hand gefallen, er konnte die Berührung kaum verhindern, laut Regelauslegung ist es aber strafbar. Keinen Zweifel gab es an der Rechtmäßigkeit des Mainzer 3:1-Sieges – und am Urs-Fischer-Effekt.

Und Heidenheim?

Bei minus zwei Grad auf der Ostalb tat sich Leipzig schwer, ins Spiel zu finden, aber wer täte das unter diesen Bedingungen nicht? Das 3:0 spiegelte trotzdem die Kräfteverhältnisse vor allem der zweiten Halbzeit wider. Heidenheim bleibt sich insofern treu, als die kämpferische Leistung stimmte. Ob die am Ende auch für den Klassenverbleib reichen wird, muss sich gegen andere Gegner als RB zeigen.