Handball-EM: Knoten geplatzt! Grgic mit Breakout-Spiel vs. Norwegen

Marko Grigic überzeugt gegen Norwegen

Stand: 25.01.2026 00:19 Uhr

Hinten hielt der große Wolff. Aber vorne glänzte gegen Norwegen in der zweiten Hälfte endlich der jüngste Spieler im DHB-Team. Eine Erlösung für Marko Grgic.

Hinten hielt Andreas Wolff. Der 33-Jährige war mit 22 Paraden Matchwinner beim 30:28 gegen Norwegen. Der zweite Held glänzte vorne: Marko Grgic traf sieben seiner neun Würfe, alle in der zweiten Hälfte. Eine Erlösung für den jüngsten Spieler des Teams, der lange mit seiner Rolle haderte.

„Es geht doch, meine Fresse“, platzte es direkt nach Spielende aus dem Flensburger heraus. „Ich bin froh, dass die Würfe einfach mal reingingen“, sagte Grgic am ARD-Mikrofon. Der 22-Jährige nahm am Samstagabend genau so viele Würfe wie im ganzen Turnier bisher insgesamt, nämlich neun, und traf siebenmal. Zuvor standen erst zwei Tore zu Buche, was Grgic‘ Turnierverlauf gut widerspiegelt.

„Es geht doch, meine Fresse“

„Es ist eine Stärke dieser Mannschaft, dass jemand, der bisher gar nicht wirklich im Turnier war, heute so eine Leistung bringt“, sagte Bundestrainer Alfred Gislason. „Auch deshalb meinte ich vor dem Turnier, dass es die beste Nationalmannschaft ist, die ich je trainiert habe. Weil sie in der Breite so gut aufgestellt ist.“

Der Isländer hatte Grgic immer wieder kurze Chancen gegeben, ihn für Fehler aber auch schnell wieder auf der Bank schmoren lassen. beim Auftakt gegen Österreich zwar in der Startformation, hatte aber nach einigen unglücklichen Momenten schon wieder schnell das Vertrauen des Bundestrainers verloren. Am Ende des mühsamen 30:27 gegen Team Austria stand für Grgic nur ein Tor zu Buche, bei der anschließenden Niederlage gegen Serbien saß er dann die ersten 42 Minuten auf der Ersatzbank. Jetzt scheint der Knoten geplatzt und zwar mit einem lauten Knall.

„Wir brauchen ihn, er gibt uns aus dem Rückraum Sicherheit und Spielfluss“, sagte Renars Uscins. „Ich hoffe, er hat dadurch Selbstbewusstsein getankt.“

Grgic – „Möchte jetzt nicht wochenlang warten“

Grgic, der 2024/25 vor Welthandballer Mathias Gidsel Torschützenkönig der Bundesliga wurde, mangelte es nicht am Mut, es weiter zu probieren. Am Samstag hat es sich endlich gelohnt. Aber er betonte: „Ich möchte das gerne über einen längeren Zeitraum, etwas konstanter machen. Ich möchte jetzt nicht wochenlang warten, bis ich in der Nationalmannschaft wieder ein gutes Spiel mache.“

Für Nationalmannschafts-Manager Benjamin Chatton war bereits vor der Hauptrunde klar, dass er dem DHB-Team auch auf dem Feld alsbald helfen wird: „Für mich ist klar, dass Marko in den nächsten Jahren ein ganz wesentlicher Faktor für diese Nationalmannschaft sein wird. Er ist ein unglaubliches Talent. Es ist für mich nicht die Frage, ob er noch helfen wird, sondern allein wann.“ Nun ist auch der Zeitpunkt klar. Hauptrunden-Spieltag Nummer Zwei. In Herning gegen Norwegen.