„Discombobulator“: „Es war dunkel, und es war tödlich“ – Trump verrät Details über mögliche Geheimwaffe

Spekulationen um eine US-Geheimwaffe halten sich hartnäckig. Nun liefert Donald Trump den Gerüchten neue Nahrung: Beim Angriff auf Venezuela sollen die Amerikaner eine Wunderwaffe eingesetzt haben, die auf einen Schlag alle Waffen des Gegners „funktionsunfähig“ gemacht hat.

Schon lange gibt es Gerüchte über eine amerikanische Wunderwaffe, die der Öffentlichkeit bislang verborgen blieb. Nun scheint ausgerechnet der US-Präsident Präsident nicht nur die Existenz einer solchen Waffe bestätigt zu haben – er nannte in einem Interview im Oval Office mit der „Washington Post“ auch Details.

Demnach könnte die geheime Waffe bei der Festnahme des früheren venezolanischen Präsidenten zum Einsatz gekommen sein. Trump sagte, die US-Streitkräfte hätten bei der US-Operation in Caracas Anfang dieses Monats, mit der der Nicolás Maduro entmachtet wurde, eine Waffe eingesetzt, die er als „den Discombobulator“ bezeichnete. Das Wort bedeutet im Englischen umgangssprachlich so viel wie verwirren, durcheinanderbringen, außer Gefecht setzen.

Trump rühmte sich damit, dass die mysteriöse Waffe „die Ausrüstung des Feindes außer Gefecht gesetzt“ habe, als US-Hubschrauber am 3. Januar in Caracas eintrafen, um Maduro und seine Frau Cilia Flores wegen Drogen- und Waffenvergehen auf Bundesebene zu verhaften – ohne dass dabei ein einziges amerikanisches Leben verloren ging.

„Der Discombobulator. Darüber darf ich nicht sprechen“, sagte Trump in dem Interview – und verriet dann doch bemerkenswerte Details. Er erklärte, die Waffe habe gegnerische Ausrüstung „funktionsunfähig gemacht“.

„Sie haben ihre Raketen nie abgefeuert“, sagte Trump laut der Post. „Sie hatten russische und chinesische Raketen, und sie haben nicht eine einzige gestartet. Wir kamen rein, sie drückten Knöpfe, und nichts funktionierte. Sie waren komplett auf uns vorbereitet.“

Demnach habe die Biden-Regierung eine Impulsenergiewaffe gekauft, bei der es sich vermutlich um den Typ handele, der das „Havanna-Syndrom“ verursacht, schreibt auch die „New York Post“. Augenzeugenberichte aus Venezuela hätten geschildert, wie Maduros bewaffnete Männer in die Knie gezwungen wurden, „durch die Nase bluteten“ und Blut erbrachen.

Ein Mitglied des Leibwächterteams des gestürzten Machthabers berichtete später: „Plötzlich fielen alle unsere Radarsysteme ohne jede Erklärung aus.“

In den Stunden nach dem Einsatz, der den Namen „Operation Absolute Resolve“ trug, spielte der Präsident in einer Pressekonferenz nach der Razzia auf eine technische Fähigkeit an. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach weiteren Informationen über die Waffe.

„Es war dunkel, die Lichter von Caracas waren aufgrund einer bestimmten Expertise, über die wir verfügen, größtenteils ausgeschaltet. Es war dunkel, und es war tödlich“, sagte Trump nach der Operation.

Dennoch gibt es auch weitere Erklärungen in der US-Presse für das Versagen der venezolanischen Verteidigung. Laut einem Bericht der „New York Times“ waren die hochmodernen russischen Luftabwehrsysteme Venezuelas laut US-Beamten nicht einmal mit dem Radar verbunden, als die US-Hubschrauber über Caracas auftauchten, um Maduro zu fassen.

Dem Bericht zufolge hatte Venezuela Schwierigkeiten gehabt, die russische Ausrüstung zu warten. Oft hätten die notwendigen Ersatzteile und das technische Wissen gefehlt. Zudem soll das US-Militär vor der Gefangennahme Maduros auch Standorte bombardiert haben, an denen russische bodenbasierte Flugabwehrsysteme vom Typ Buk-M2 stationiert oder gelagert waren.

US-Streitkräfte nahmen Maduro und seine Ehefrau Celia bei einem Einsatz in den frühen Morgenstunden am 3. Januar fest und brachten ihn in die USA, wo er sich wegen strafrechtlicher Vorwürfe verantworten soll. Dies stellte eine außergewöhnliche Eskalation der monatelangen Kampagne der Trump-Regierung gegen das Land dar. Maduro hat in einem US-Verfahren wegen Narco-Terrorismus auf nicht schuldig plädiert.

Bloomberg/dpa/saha