

Trump hatte am Freitag die Bedeutung der Truppen aus NATO-Partnerstaaten für den Afghanistan-Einsatz relativiert. „Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben“, sagte er über die Verbündeten im Sender Fox News. „Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front.“ Zugleich wiederholte der US-Präsident seine Behauptung, dass kein NATO-Land den USA zu Hilfe kommen würde, falls es darum gebeten würde.
Am Samstag hat sich auch Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, die wegen Trumps Grönland-Drohungen aktuell ohnehin ein angespanntes Verhältnis mit Washington hat, eingeschaltet: „Es ist inakzeptabel, dass der US-Präsident das Engagement der verbündeten Soldaten in Afghanistan in Frage stellt“, schieb sie auf der Plattform Facebook. Dänemark sei im internationalen Afghanistan-Einsatz eines der NATO-Länder mit den höchsten Verlusten gewesen, betonte die Regierungschefin. Der dänische Veteranenverband teilte mit, ihm fehlten die Worte.
Auch der britische Premierminister Keir Starmer hat Trump ungewöhnlich stark kritisiert: Seine Äußerungen seien beleidigend und entsetzlich, sagte er in einer Videoaufnahme. „Es überrascht mich nicht, dass sie im ganzen Land so viel Leid verursacht haben.“ Er wolle in erster Linie den 457 gefallenen britischen Soldaten Respekt zollen, die in Afghanistan bei dem Einsatz ums Leben gekommen seien. Zahlreiche britische Veteranen, die in Afghanistan im Einsatz waren (unter ihnen auch Prinz Harry), äußerten sich öffentlich schockiert von Trumps Relativierung.
NATO-Chef Mark Rutte hatte Trumps Äußerungen zur NATO bei einem bilateralen Treffen mit dem Präsidenten diese Woche in Davos zurückgewiesen. „Ich habe gestern und heute etwas von Ihnen gehört – Sie waren sich nicht ganz sicher, ob die Europäer den USA zu Hilfe kommen würden, wenn Sie angegriffen würden. Lassen Sie mich Ihnen sagen – das werden sie. Und das haben sie in Afghanistan getan, wie Sie wissen.“
Doch auch nach der Kritik der NATO-Partner bekräftigte das Weiße Haus die eigene Position: „Präsident Trump hat absolut Recht – die Vereinigten Staaten von Amerika haben mehr für die NATO getan als alle anderen Länder des Bündnisses zusammen“, sagte Taylor Rogers, eine Sprecherin.
