Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Claudia Müller wird Grünenspitzenkandidatin in Mecklenburg-Vorpommern

Die Spitze der Grünen für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im Herbst steht fest: Die Bundestagsabgeordnete Claudia Müller wurde von den Delegierten auf dem Parteitag in Schwerin mit 91 der 103 der abgegebenen Stimmen (88 Prozent) auf den ersten Listenplatz gewählt. Es gab neun Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. 

„Ja, die letzten Wochen waren sehr schwierig für uns“, sagte Müller. „Und deshalb, hier und heute, markieren wir unseren Neustart.“ In ihrer Rede warnte sie vor der Gefahr einer möglichen Regierung mit der AfD – für die Menschen, den Klimaschutz und die Unternehmen. „Wenn wir wieder als Fraktion in den Schweriner Landtag einziehen, ziehen Faschisten nicht in die Staatskanzlei“, sagte sie.

In einer Stichwahl um den zweiten Listenplatz setzte sich der Landesvorsitzende Ole Krüger knapp durch – mit 61 der 104 abgegeben Stimmen (59 Prozent). Im ersten Wahlgang hatte noch seine Konkurrentin Jana Klinkenberg aus Teterow (Landkreis Rostock) vorn gelegen: Sie hatte mit 51 der 102 abgegeben Stimmen eine Stimme zu wenig für eine Mehrheit erhalten. 

Auf den dritten Listenplatz wurde Jutta Wegner aus Neubrandenburg als einzige Kandidatin gewählt.

Parteiinterner Streit bei den Grünen in Mecklenburg-Vorpommern

Nach internen Zerwürfnissen wollen sich die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Parteitag in Schwerin für die Landtagswahl personell neu aufstellen. Zu Beginn ihres Parteitags hatten die Grünen die alte Kandidatenliste für ungültig erklärt. Die anwesenden Delegierten stimmten mehrheitlich für einen Antrag des Landesvorstands. Viele Delegierte hätten sich nach der Listenwahl im vergangenen September rückblickend nicht ausreichend informiert gesehen, sagte die Bündnis 90/Grüne-Landesvorsitzende Katharina Horn. Auf den Spitzenplatz war damals die Fraktionsvorsitzende Constanze Oehlrich gewählt worden. Doch unter anderem Vorwürfe gegen sie hatten die Grünen-Führung in Mecklenburg-Vorpommern in eine Krise gestürzt. Oehlrich wurde Machtmissbrauch innerhalb der Fraktion vorgeworfen.

Im November hatte der Landesvorstand deshalb eine Neuwahl der Liste angekündigt und Müller und Krüger als Spitzenduo präsentiert. Ende 2025 kam es erneut zu Streit, als die Abgeordneten den ehemaligen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Hannes Damm aus der Fraktion ausschlossen. Damm kandidierte nicht erneut für einen Listenplatz. Sein Austausch mit dem Landesvorstand ist nach eigenen Angaben „auf einem guten Weg“. Dennoch habe er sich gegen eine Kandidatur für die Landesliste entschieden. 

Laut Umfrage-Ergebnissen aus dem September 2025 kämen die Grünen auf fünf Prozent. Damit könnte der Wiedereinzug ins Landesparlament knapp werden. Bei der letzten Wahl im Jahr 2021 hatten die Grünen 6,3 Prozent der Stimmen erreicht und waren mit fünf Abgeordneten in den Schweriner Landtag eingezogen. Nach dem Ausschluss von Damm sind nun noch vier Abgeordnete in der Fraktion. 

Jakob Schirmer führt FDP in den Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern

Auch die FDP hat ihren Spitzenkandidaten für die Landtsgwahl in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Bei der Landesdelegiertenversammlung in Binz auf Rügen erhielt der Hochschullehrer Jakob Schirmer 89,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Er hatte keinen Gegenkandidaten.  Im Umgang mit der AfD sprach er sich für mehr Gelassenheit bei klaren Grenzen aus. Das Wahlprogramm für die Landtagswahl will die FDP in den nächsten Wochen erarbeitet und bei einem Parteitag im März beschließen.

Nach der Wahlumfrage von September 2025 müssen auch die Liberalen um den Wiedereinzug ins Landesparlament bangen. Sie blieben in der Umfrage unter der Fünf-Prozent-Hürde. Nach der letzten Landtagswahl konnte die FDP mit 5,8 Prozent der Stimmen fünf Abgeordnete in den Schweriner Landtag entsenden, nach Austritten sind es jetzt noch drei Abgeordnete. Der Fraktionsstatus ging verloren und die FDP agiert als Gruppe mit weniger Rechten.