Aktie im freien Fall: Ubisoft steckt in der Krise – Wirtschaft

Das Logo von Ubisoft ist eine weiße Spirale in einem Kreis, meist auf schwarzem Hintergrund. Den meisten Gamern dürfte das Zeichen vertraut sein. Denn es erscheint, sobald man eines der Videospiele startet, die Ubisoft entwickelt und verkauft. Viele der Spiele gelten in der Szene als legendär. Da wäre etwa „Assasins Creed“, eine Reihe mit insgesamt 13 Spielen, in denen man als Killer Missionen erledigt. Oder „Tom Clancy’s Rainbow Six“, bei der man in verschiedenen Spielen als Spezialeinheit der UN durch die Welt reist. Ubisoft ist das größte Videospiel-Studio in Europa.

Wirtschaftlich steht es schlecht um die Firma. Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet das Unternehmen einen operativen Verlust von einer Milliarde Euro – unter anderem, weil man den Konzern umfangreich umbauen möchte, wie es jüngst in einer Pressemitteilung hieß. Ubisoft steckt schon seit einigen Jahren in der Krise. Man habe daher das Portfolio neu ausgerichtet und Ressourcen neu zugewiesen. Im Klartext bedeutet das: Ubisoft muss noch mehr sparen; in den kommenden zwei Jahren 200 Millionen Euro. In den vergangenen fünf Jahren hat Ubisoft bereits 3000 Mitarbeitende entlassen und 300 Millionen Euro eingespart.

Dafür hat Ubisoft die Produktion von sechs Videospielen eingestellt. Darunter auch eine Neuauflage des Titels „Prince of Persia: The Sands of Time“, die sich Fans herbeigesehnt hatten. Außerdem kursiert im Internet das Gerücht, eine Neuauflage des Klassikers „Assasins Creed Black Flag“ könnte von den Einsparungen betroffen sein.

Der Konzern organisiert sich neu. So sollen künftig an fünf Standorten in sogenannten „Kreativhäusern“ die Videospiele von Ubisoft entstehen. Andere Studios, unter anderem in Stockholm und Halifax, wurden bereits geschlossen. Jedes Haus soll sich dabei auf ein Spielgenre konzentrieren und ist allein verantwortlich für Markenentwicklung und inhaltliche Ausrichtung. Laut Geschäftsführer Yves Guillemot sollen Produktion und Vertrieb zusammengefasst werden. Unabhängig vom Standort müssen Ubisoft-Mitarbeiter künftig wieder fünf Tage die Woche im Büro erscheinen.

In den vergangenen Tagen ist der Aktienkurs um mehr als 30 Prozent abgestürzt. Am Freitagnachmittag kostete das Papier in Paris 4,1 Euro. Laut dem Nachrichtenportal Marketwatch handelt es sich dabei um den größten Tagesverlust seit dem Börsengang von Ubisoft 1996. Damit wird das Unternehmen mit 590 Millionen Euro bewertet. In der Hochphase vor circa zehn Jahren lag der Wert bei zehn Milliarden Euro.

Ubisoft kämpft mit schlechten Verkaufszahlen und steigenden Kosten. Mehrere Videospieltitel wie „Avatar: Frontiers of Pandora“ und „Star Wars Outlaws“ verkauften sich zuletzt schlechter als erhofft. Der Markt für große Videospieltitel, sogenannte „Triple A“ Spiele, sei in den vergangenen Jahren „zunehmend selektiver und wettbewerbsintensiver geworden“, sagt Yves Guillemot, Gründer und Geschäftsführer von Ubisoft. Insbesondere bei Ego-Shootern, die für die Branche von zentraler Bedeutung sind, sei der Markt laut Guillemot deutlich kompetitiver geworden. Darunter leide Ubisoft.

Andere Spielehersteller können hingegen profitieren von einem global wachsenden Gaming-Markt. Laut einem Report des Marktforschungsunternehmens Newszoo wird die Gamingbranche 2026 um 3,4 Prozent wachsen, auf circa 188 Milliarden Dollar Umsatz. Wobei die großen Unternehmen in anderen Weltregionen sitzen. Das US-Unternehmen Sony Interactive Entertainment ist derzeit das umsatzstärkste mit 31,7 Milliarden US-Dollar, gefolgt vom chinesischen Tech-Giganten Tencent mit 27,1 Milliarden Dollar Umsatz.