Unterschiedliche Gefühlswelten nach dem 29:29 (20:14)-Unentschieden zwischen der Schweiz und Ungarn. Das Team von Trainer Andy Schmid sah lange wie der klare Sieg aus, eine unerklärliche Schwächephase wurde den Eidgenossen dann aber erneut zum Verhängnis.
Ein angriffslustiger Lenny Rubin (7 Tore bei 16 Würfen), ein intelligenter Felix Aellen (3 Tore / 7 Vorlagen) und ein sicherer Rückhalt in Nikola Portner (31% gehaltene Bälle). Trotz zwischenzeitlicher Sechs-Tore-Führung reichte diese Kombination nicht für den so wichtigen ersten Hauptrunden-Sieg der Eidgenossen. Ähnlich wie in der Vorrunde, als die Schweiz eine Neun-Tore-Führung gegen Slowenien noch verspielte, konnten sich auch in Malmö die kämpferischen Ungarn für ihre Aufholjagd belohnen.
Wichtige Akteure beim Spiel in der Hauptrunden-Gruppe II waren Torwart Kristof Palasics (14 Paraden) und Mittelmann Gergo Fazekas (9 Vorlagen). Durch die Punkteteilung bleiben beide Teams mit nur einem Punkt auf den letzten beiden Plätzen der Tabelle und haben kaum mehr Chancen auf den Halbfinaleinzug.
Ungarn findet keine Lösungen gegen spielstarke Schweizer
Ungarn bekam bereits früh die individuelle Klasse von Rubin zu spüren. Der Mann vom TVB Stuttgart brachte die Eidgenossen mit einem Doppelschlag zum 5:3 (6.) in Führung. Und die sollte die komplette erste Hälte halten, weil Aellen das Spiel überragend leitete und Torwart Portner als Torschütze (7:4) und Torhüter (11 Paraden) brillierte.
Spielte eine starke erste Halbzeit für die Schweiz: Felix Aellen
Obwohl auch Ungarn-Schlussmann Palasics eine solide Partie zeigte und Kreisläufer Miklos Rosta (4/4) zuverlässig traf, hielt das Team von Trainer Schmid den komfortablen Vorsprung bis zur Pause (20:14). Zu einfach konnten die Schweizer gegen eine zu zaghafte ungarische Defensive durchbrechen und freie Wurfchancen kreieren.
Noam Leopold war einer der großen Nutznießer, traf viermal und markierte auch das erste Tor seiner Mannschaft nach der Pause. Dann zeigte die Schweiz plötzlich wieder ihr Gesicht aus der Vorrunde. Einfache Fehler und keinerlei Zugriff mehr in der Abwehr mündeten in einer neunminütigen Durststrecke ohne eigenen Treffer.
Ungarn holen auf und Schweiz verliert erneut den Faden
Die Ungarn konnten sich nun auf Melsungens Palasics verlassen, der Portner zunehmend die Show stahl und den Weg zum 24:25-Anschlusstreffer durch Gergo Fazekas ebnete. Der Ausgleich fiel allerdings nicht und die Schweiz stoppte den eigenen Negativlauf mit drei schnellen Toren. Beim 28:25 (53.) kam mit Mathieu Seravalli ein wichtiger Impuls von der Bank. Doch trotz seiner Paraden schwappte das Momentum zurück auf die Seite der Ungarn.
Spätestens als der 28:28-Ausgleich fiel und Richard Bodo sogar die Führung markierte, war der Glaube im Team von Trainer Chema Rodriguez vollends entfacht. Die Eidgenossen blieben zu zaghaft, erneut minutenlang ohne eigenen Treffer und mussten am Ende noch froh sein, den Punkt geholt zu haben. Weil Ben Romdhanes Offensivfoul keine Folgen hatte und Ungarn die Zeit für einen letzten Angriff fehlte.
