Fußballbundesliga: Stefan Kuntz weist Vorwürfe nach dem Aus beim HSV zurück

Nach dem überraschenden Ausscheiden beim Hamburger SV hat sich der frühere Fußballnationalspieler Stefan Kuntz erneut öffentlich gegen Vorwürfe gewehrt, die zur Trennung des damaligen Sportvorstands vom Bundesligaaufsteiger geführt haben. In der Süddeutschen Zeitung schilderte der 63-Jährige das entscheidende Gespräch mit zwei Aufsichtsräten: „Da habe ich gedacht: Ah, jetzt kommen die, um endlich meinen Vertrag zu verlängern.“ Ein gravierendes Fehlverhalten erkenne er in seinem Handeln beim HSV nicht, heißt es in dem Bericht weiter.

Der Verein hatte die Trennung von Kuntz am 2. Januar bekannt gegeben. Zunächst war in einer Mitteilung von „familiären Gründen“ die Rede. Am 13. Januar – einen Tag nachdem die Bild am Sonntag über angebliche Vorwürfe gegen Kuntz berichtet hatte – teilte der Aufsichtsrat jedoch mit, sein Abschied stehe im Zusammenhang mit Hinweisen auf mögliches Fehlverhalten. Zuvor hatte die Bild-Zeitung von Anschuldigungen durch HSV-Mitarbeiterinnen gegen den 63-Jährigen berichtet. Dem Bericht zufolge sollen die Vorwürfe der sexuellen Belästigung der eigentliche Grund für die überraschende Auflösung seines Vertrags gewesen sein.

In seiner Stellungnahme teilte der HSV-Aufsichtsrat mit, dass das Gremium nach sorgfältiger Prüfung zu der Einschätzung gelangt sei, dass die Vorwürfe glaubhaft seien. Es entschied
sich daher für eine schnelle Trennung von Kuntz. Dabei habe der Schutz der
betroffenen Personen oberste Priorität gehabt. Kuntz habe der Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31. Dezember 2025 zugestimmt und sei anwaltlich vertreten gewesen, teilte das Gremium mit.

Kuntz‘ Anwalt Christian Schertz sagte der Süddeutschen Zeitung nun jedoch, sein Mandant wisse bis heute nicht, „was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird“. In der Erklärung des HSV-Aufsichtsrats heißt es: „Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat hat Herr Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt.“