1860-Trainer Kauczinski trotzt anhaltenden Verletzungssorgen: „Keine Ausreden, kein Rumgejammer!“

Und, Coach, wie schaut’s diese Woche mit der Verletztenliste aus? Bei Sechzig grüßt gerade wöchentlich das Murmeltier der maladen Löwen und damit einhergehend die Frage: Welche Aufstiegsambitionen kann man mit einer derart großen Hypothek ableiten?

Rückkehrer im Team

Vor dem Auswärtsspiel des TSV 1860 am Samstag beim VfL Osnabrück (16.30 Uhr), nach dem 1:1 gegen Rot-Weiss Essen das nächste Duell zweier Aufstiegskandidaten, stehen nach der fast schon traditionell-wiederkehrenden Verlesung der Verletztenliste immerhin Stammtorhüter Thomas Dähne und Vizekapitän Thore Jacobsen wieder auf dem Platz, um den Aufstiegstraum der Blauen am Leben zu erhalten.

Dennoch fehlen dem TSV auch an der Bremer Bücke ganze neun Giesinger. Wie forsch kann und sollte 1860 denn da auftreten?

Klare Ansage vom Trainer

„Ich habe der Mannschaft nochmal gesagt, dass das für mich überhaupt kein Thema ist: Jeder, der gegen Essen auf dem Platz stand und jetzt in Osnabrück auf dem Platz steht, dessen Anspruch ist es, in der ersten Elf zu stehen“, stellte Cheftrainer Markus Kauczinski mit emotional-packenden Worten klar: „Da gibt’s überhaupt keine Ausreden oder ein Rumgejammer! Es gibt nur eines: Gas geben, jeder muss präsent sein und seine Leistung bringen! Jeder Spieler, der auf dem Platz stehen will, muss es auch zeigen!“ Klar ist: Kauczinski will keinen Katzenjammer hören.

Spannend, was der 55-Jährige da sagt, gerade im Zusammenhang mit seiner nächsten Botschaft: Wenige Minuten, nachdem er erklärt hatte, dass Sechzigs V(erletzten)-Frage ein Nicht-Thema sei, fand Kauczinski nämlich, dass die aktuelle, also durchaus nennenswerte Misere nicht länger derart ausgeprägt sein dürfe.

Die kritische Phase überstehen

„Es darf nicht mehr viel passieren, das ist einfach so“, gestand der TSV-Trainer schließlich: „Es gilt, drei, vier Wochen zu überstehen, bis die Jungs wieder da sind.“ Damit meinte Kauczinski grundsätzlich wieder mehr Optionen als seine Abteilung letzte Rille, die sich gegen RWE kampfstark, aber offensiv harmlos gezeigt hat.

In einzelnen Duellen lassen sich die Leistungsträger der Löwen ersetzen, man erinnere sich an die seit Wochen starken Leistungen von Abwehrchef Max Reinthaler oder das Drittliga-Debüt von Junglöwe Damjan Dordan. Irgendwann, je länger es dauert, wird es aber wortwörtlich dünn im Kader.

Junglöwe Damjan Dordan feierte gegen Essen sein Drittliga-Debüt.
Junglöwe Damjan Dordan feierte gegen Essen sein Drittliga-Debüt.
© sampics
Junglöwe Damjan Dordan feierte gegen Essen sein Drittliga-Debüt.

von sampics

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Warten auf die Rückkehr der Stars

Was die Namen angeht, meint Kauczinski Akteure wie Kapitän Jesper Verlaat, dessen Abwehrkollegen Sean Dulic und Manuel Pfeifer sowie Torjäger Florian Niederlechner. Ausgerechnet bei Offensiv-Pfeil und Tor-Torjäger Sigurd Haugen (sieben Saisontore), dessen Ausfall der TSV wohl mit am schwersten kompensieren kann, dauert es wohl länger. „Wir können es leider nicht abschätzen, ob es noch zwei, vier oder sechs Wochen dauert. Der Kiefer muss komplett durchwachsen, das ist bisher nicht passiert. Siggi konnte zwar mit Ball trainieren, aber ohne Zweikämpfe.“

Heißt: 1860 muss warten, röntgen, weiterwarten, weiterröntgen – und schließlich sehen, wann sich der Torjäger auch mental zutraut, wieder sorglos in die Zweikämpfe zu gehen.

Gedanken über Verstärkungen

Was die Winter-Neulöwen-Frage angeht, hat sich Kauczinski aufgrund der Haugen-Lage zumindest zwei, drei Prozentpünktchen mehr Richtung Verstärkungen geäußert: „Natürlich machen wir uns Gedanken im Sturmbereich: Aber ich bleibe dabei: Das ergibt nur Sinn, wenn der Kandidat sofort weiterhilft.“ Dies sei trotz einiger Kandidaten bisher „nicht gegeben“.

Also müssen es eben die Hier-und-Jetzt-Löwen richten – ganz ohne Gejammere.