Mainz: Uni-Mensa streicht Pommes, weil Studenten zu viel Geschirr stehlen


Von den 500 Kuchentellern, die das Studierendenwerk Mainz für die universitären Mensen angeschafft hat, sind innerhalb der vergangenen vier Wochen rund 450 verschwunden. Ähnlich drastisch fällt der Schwund bei den Pommesschalen aus: Von den 1590 Exemplaren, die im vergangenen Jahr gekauft wurden, sind derzeit nur noch etwa 100 im Einsatz. Das habe schon dazu geführt, dass Pommes zeitweise nicht verkauft werden konnten. Besonders betroffen ist laut der Geschäftsführerin des Studierendenwerks, Alexandra Diestel-Feddersen, die Mensa „Bambus“ im Georg-Foster-Gebäude nahe der Zentralbibliothek.

Doch auch das Besteck bleibt nicht verschont. Allein im vergangenen Jahr musste das Studierendenwerk für die Mensa „Bambus“ rund 9000 Gabeln nachkaufen. Der kontinuierliche Ersatz des verschwundenen Geschirrs stelle eine erhebliche finanzielle Belastung dar, so Diestel-Feddersen. Es sei daher nicht auszuschließen, dass die Kosten künftig auch Auswirkungen auf die Essenspreise in den Mensen haben könnten, so das Studierendenwerk. Das wolle man vorerst aber verhindern.

Nach Einschätzung des Studierendenwerks befindet sich ein Großteil des Geschirrs weiterhin auf dem Campus, etwa in Büros und Teeküchen. Zudem gehe man davon aus, dass auch zahlreiche Wohngemeinschaften inzwischen mit Mensageschirr ausgestattet seien. Das Studierendenwerk ruft daher zur Rückgabe auf. „Etwa 50 Kuchenteller und zehn bis 15 Pommesschalen haben inzwischen den Weg zurück ins Bambus gefunden“, berichtet Diestel-Feddersen – ein Anfang, aber bei Weitem nicht ausreichend.

In einer in dieser Woche einberufenen „Meet the Gastro“-Krisensitzung mit Studenten wurden daher weitere Interventionen diskutiert. Geplant ist unter anderem ein halbjährlicher „Geschirr-zurück-Tag“, an dem Studenten und Angestellte dazu aufgerufen werden sollen, entliehenes Mensageschirr einzusammeln und zurückzubringen. Da insbesondere Erstsemester häufig Geschirr aus den Mensen zur Erstausstattung ihrer Küchen mitnähmen, stehe die Idee eines „Ersti-Geschirr-Starterpacks“ im Raum. Das Studierendenwerk erwäge, günstig Geschirr einzukaufen und in preiswerten Startersets für WGs weiterzuverkaufen.

Vorrangig setzt das Studierendenwerk jedoch auf die Eigenverantwortung der Studierenden und Angestellten und appelliert, das Geschirr in den Mensen zu belassen. Wer sein Essen außerhalb der Mensa verzehren möchte, könne auf Pfand-Mehrwegdosen des Studierendenwerks oder eigene Behälter zurückgreifen. Zwar sei Geschirrschwund auch an anderen Hochschulen ein bekanntes Problem, so Diestel-Feddersen, in Mainz habe er jedoch besonders stark zugenommen.