Anleger von Ausblick enttäuscht: Rohstoffengpässe bremsen Intel aus

Anleger von Ausblick enttäuschtRohstoffengpässe bremsen Intel aus

23.01.2026, 00:33 Uhr

ARCHIV-02-10-2024-USA-Santa-Clara-Das-Logo-von-Intel-ist-am-Hauptquartier-des-Chipkonzerns-zu-sehen
Intels Finanzchef Zenner sieht den Konzern auf dem Weg der Erholung. (Foto: dpa)

Nach radikalen Einschnitten sieht sich Intel auf dem Weg aus der Krise. Die Nachfrage nach Server-Prozessoren wächst – kann aber wegen Lieferengpässen bei Rohstoffen nicht voll befriedigt werden.

Der Chipkonzern Intel wird auf seinem Sanierungskurs von Lieferengpässen gebremst. Die Umsatzprognose von 11,7 bis 12,7 Milliarden Dollar für das laufende Quartal enttäuschte die Wall Street, Analysten hatten mit 12,51 Milliarden Dollar gerechnet: Die Intel-Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als zehn Prozent.

Analyst Jay Goldberg von Seaport Research verwies im US-Sender CNBC vor allem auf die Knappheit bei Speicherchips, wegen der weniger PCs mit Intel-Chips gebaut werden könnten. Grund für die Engpässe ist, dass der Bedarf an Speicher für KI-Rechenzentren die Produktionskapazitäten strapaziert. „Unsere Vorräte werden im ersten Quartal auf ihren niedrigsten Stand fallen, bevor sie sich wieder erholen“, prognostizierte Intel-Finanzchef David Zinsner. In dieser Situation wolle Intel in den kommenden Monaten bevorzugt die starke Nachfrage nach Technik für Rechenzentren bedienen. Der Konzern habe den Bedarf in dem Bereich bei seinen Planungen unterschätzt.

Im vergangenen Quartal übertraf Intel noch die Erwartungen der Analysten trotz eines Umsatzrückgangs und roter Zahlen. Die Erlöse fielen im Jahresvergleich um vier Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Unterm Strich gab es einen Verlust von 591 Millionen Dollar nach roten Zahlen von 126 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Kursanstieg nach US-Beteiligung

Intel versucht unter dem seit knapp einem Jahr amtierenden Chef Lip-Bu Tan, unter anderem durch Kostensenkungen aus der Krise zu kommen, und gab dafür unter anderem die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg auf. Im August bekam der US-Staat nach Druck von Präsident Donald Trump einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel als Gegenleistung für zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen. Der Intel-Aktienkurs verdoppelte sich seitdem.

„Die Nachfrage bleibt dank des Siegeszugs Künstlicher Intelligenz (KI) stark“, betonte Zinsner. Einige Cloud-Anbieter seien vom KI-Boom auf dem falschen Fuß erwischt worden. Sie müssten sich daher beeilen, veraltete Chips zu ersetzen. Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren steigt nicht nur die Nachfrage nach KI-Spezialprozessoren, sondern auch nach klassischen Serverchips. Diese werden unter anderem für das Netzwerk-Management der Großrechenanlagen benötigt. „Die längerfristigen Aussichten seien für Intel so gut wie lange nicht, sagte Analyst Ryuta Makino vom Vermögensverwalter Gabelli. „Ich denke, dass es 2026 zu einer mindestens zweistelligen prozentualen Preiserhöhung für Server-Prozessoren kommen wird.“

Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts