Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Während es 2024 noch 20.084 Abschiebungen gegeben habe, seien es im vergangenen Jahr 22.787 gewesen. Das entspricht einem Anstieg von knapp 14 Prozent.
Zuvor hatte Die Welt über eine Zunahme der Abschiebungen aus Deutschland berichtet. Der Zeitung sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Die Migrationswende wirkt.“ Damit nahm der CSU-Politiker auf die schärfere Migrationspolitik der Bundesregierung Bezug, die diese zuletzt priorisierte.
Vier Abschiebungen von syrischen Straftätern seit Dezember
Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, die Zahl der Abschiebungen deutlich zu steigern. Zudem sollten Abschiebehäftlinge keinen Rechtsbeistand mehr halten. Auch nach Afghanistan und Syrien sollte abgeschoben werden. Seit Dezember vergangenen Jahres gab es vier Abschiebungen von syrischen Straftätern in das arabische Land.
Nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien 2011 waren Abschiebungen nach
Syrien eigentlich ausgesetzt worden. Im Dezember 2024 fand der Sturz von Präsident
Baschar al-Assad statt. Die CSU hatte in einem Beschlusspapier erklärt, für die meisten Syrer mit vorübergehendem Bleiberecht entfalle mit Ende des Bürgerkriegs der Schutzgrund. 2026 müsse es für sie eine Abschiebeoffensive geben. Die humanitäre Situation jedoch, so hieß es in einer Antwort der Bundesregierung an die Linksfraktion, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, sei schlecht.
