
Irgendwann in ein oder zwei Jahrzehnten wird man vielleicht auf den vergangenen Samstag zurückschauen als einen Wendepunkt in der österreichischen Politik. Herbert Kickl hielt da seine Rede beim Neujahrstreffen der FPÖ. Und er verkündete, wie er künftig gedenke, Politik zu machen: ohne Kompromisse.
Hat er sich damit den Weg zur Kanzlerschaft verbaut? Ganz und gar nicht. Er hat seine Radikalität für unverhandelbar erklärt.
70 Minuten hat Kickl in Klagenfurt gesprochen. In der Messehalle 1, die aussieht wie ein Flugzeughangar, war eine riesige Bühne aufgebaut, dahinter ein gigantischer Videoscreen. Es sind die altbekannten Kalauer, die Kickl da zum Besten gab. Er redete über die Systemparteien und darüber, dass Österreich endlich einen Volkskanzler brauche – also ihn. Er erzählte von seinem Auto, das natürlich ein Turbodiesel sei, wetterte gegen den „Klimakommunismus“ und die Russlandsanktionen. Und die Regierung, diese „Verliererampel“, spare überall, aber nicht „bei den Asylanten“. Eine harte Rede – aber alles auch recht erwartbar.
