Erneuerbare Energien: Wind- und Solarkraft übertreffen in der EU fossile Brennstoffe

Erstmals haben Wind- und Solarkraft in der EU im vergangenen Jahr mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe. Knapp 30 Prozent des EU-Strommixes stammten 2025 aus Sonnen– und Windenergie, wie aus einem Bericht der Denkfabrik Ember hervorgeht. Fossile Brennstoffe waren für 29 Prozent verantwortlich. 

Laut dem Bericht machen erneuerbare Energien mit 47,7 Prozent fast die Hälfte der Stromproduktion aus. Dazu gehören auch Wasserkraft und Energie aus Biomasse. 23,4 Prozent wurden Ember zufolge mit Kernkraft erzeugt. Die Stromerzeugung aus Kohle hat demnach im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 9,2 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht.

Weiter erheblich abhängig ist die EU dem Bericht zufolge jedoch von Gas. Im Vergleich zu 2024 kamen im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 16,7 Prozent rund acht Prozent mehr im Strommix aus der Erzeugung durch Gas.

Warnung vor Abhängigkeit bei fossilen Brennstoffen

In dem Bericht warnen die Autoren vor energiepolitischer Erpressung durch Exporteure fossiler Brennstoffe. „Investitionen in heimische erneuerbare Energien sind eine zentrale Strategie, um dieses Risiko zu senken, da geopolitische Entwicklungen weiterhin für Instabilität sorgen“, schreiben sie. „Eine starke Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten gefährdet die Sicherheit der EU und schwächt ihre Verhandlungsposition in geopolitischen Auseinandersetzungen und Handelskonflikten.“

Der Ausbau von Batteriespeichern, die Stärkung der Stromnetze und die Ausweitung der Nachfragesteuerung könnten hingegen einen höheren Anteil von Solar- und Windenergie im Energiemix ermöglichen. „Dies erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern ist auch entscheidend für stabile und verlässliche Energiepreise“, hieß es. 

Ende vergangenen Jahres hatte sich die EU darauf verständigt, bis spätestens Ende 2027 vollkommen unabhängig von russischem Erdgas zu sein. Demnach soll die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines auf Grundlage von langfristigen Verträgen bis spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Das Importverbot soll bereits bestehende Sanktionen mit Einfuhrbeschränkungen ergänzen und sicherstellen, dass sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen.