Manche Menschen haben dieses Etwas, das nie weggeht: Als die 31-jährige Marietta Slomka vor tatsächlich 25 Jahren zum ersten Mal das „Heute-Journal“ im ZDF moderierte, schrieb die SZ von Slomkas verständlichen Texten, der feinen Ironie, den gut gesetzten Pausen. Ernst, aber nicht zu ernst, befanden die Kollegen von der FAZ, und dass sie „mühelos hinter den berichteten Ereignissen verschwinden“ könne – das war ein Kompliment. Und natürlich schrieben alle von ihren „blaßblauen Augen“ und dass sie „kühl“ wirke. Als neue Moderatorin wurde sie an Nachrichtenfrauen wie Gaby Bauer oder Maybrit Illner gemessen, zu den Sendungsthemen gehörten Rudolf Scharpings Standortschließungen bei der Bundeswehr. Die Welt war eine andere, Slomka eigentlich nicht. Heute ist die studierte Volkswirtin die Eminenz des deutschen Nachrichtenfernsehens, und dazu gehört erfreulicherweise, dass es mit ihr nie langweilig ist. Das gilt bei Politikerinterviews – legendär, wie Sigmar Gabriel im November 2013 die Fassung verlor – ebenso wie im persönlichen Gespräch in einem Café mit Kaminfeuer.
