Grönlandkrise: Briten und Dänen beraten über Arktis-Sicherheit


Als Reaktion auf die Grönland-Krise haben Großbritannien und Dänemark Verteidigungsgespräche für Mittwoch angekündigt, die sich auf die Sicherheit in der Arktis konzentrieren sollen. Der britische Verteidigungsminister John Healey werde dazu nach Kopenhagen reisen, teilte sein Ministerium mit.

Bei den Gesprächen soll es darum gehen, wie die europäischen Nationen die Sicherheit im sogenannten „hohen Norden“ – dem europäischen Teil der Arktis einschließlich Grönlands – verstärken können. Zudem wollen beide Länder über den Schutz kritischer Infrastruktur in der Ostsee und im hohen Norden sowie über eine geplante Übung der von Großbritannien geführten Militärpartnerschaft „Joint Expeditionary Force“ beraten. Auch die  Unterstützung für die Ukraine und die Zusammenarbeit bei der Drohnenabwehr stehen auf der Agenda.

Macron warnt vor „Gesetz des Stärkeren“

US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Dienstag zwar zuversichtlich, eine Einigung erzielen zu können, beharrte jedoch darauf, Grönland in die Kontrolle der USA zu bringen. Die europäischen Partner reagierten gespalten. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ⁠wies den Wunsch Trumps erneut strikt zurück. Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte vor einer Welt, in der das „Gesetz des Stärkeren“ zähle. Die britische Regierung sprach sich hingegen für eine Deeskalation ⁠aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sicherten Dänemark die volle Solidarität der EU zu und ‍betonten, die Souveränität sei ‍nicht verhandelbar.

Der Streit belastet das westliche Bündnis und schürt Ängste vor einem Handelskrieg. Trump hatte angekündigt, zehn Prozent zusätzliche Einfuhrzölle auf Waren aus europäischen Ländern zu erheben, solange diese den Kauf Grönlands durch die USA verhinderten. Ab Juni ⁠sollen die Zölle auf 25 Prozent steigen. Die EU hat Vergeltungsmaßnahmen in Aussicht gestellt, darunter Zölle auf US-Importe im Volumen von 93 Milliarden Euro.

Russland nutzte den Konflikt, um Zweifel ‌an der dänischen Souveränität über die Insel zu säen. Außenminister Sergej ‍Lawrow sagte, Grönland sei kein natürlicher Teil Dänemarks, bestritt aber eigene Ambitionen Moskaus. In Deutschland sieht einer Forsa-Umfrage zufolge ‍mit 71 Prozent eine große Mehrheit die ⁠USA nicht mehr als Verbündeten, sondern als Gegner.