
Angesichts der schwierigen Lage der Kurden in Nordsyrien haben sich am Abend Tausende Menschen in mehreren deutschen Städten an prokurdischen Demonstrationen beteiligt. Zu größeren Kundgebungen kam es in Dortmund, Frankfurt am Main, Stuttgart, Hannover und Bremen.
In der Dortmunder Innenstadt war laut Polizei ursprünglich eine Demonstration mit 400 Menschen angemeldet. In der Spitze seien dann 4.000 Menschen dabei gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Angesichts der größeren Teilnehmerzahl habe die Polizei Personal aus umliegenden Behörden hinzugezogen. „Der Großteil der 4.000 war friedlich“, sagte der Sprecher. Nur am Rande des Demozuges habe es Auseinandersetzungen gegeben. Die Veranstaltung stand demnach unter dem Motto „Gegen das Töten von Unschuldigen, Zivilisten und Kindern“.
In Frankfurt nahmen an einer ähnlichen Demonstration am Abend rund 5.000 Menschen teil. Angemeldet waren 200 Teilnehmer. In Bremen meldete die Polizei rund 2.000 Teilnehmer einer prokurdischen Demonstration.
In Syrien rücken seit mehreren Tagen Regierungstruppen
und ihre Verbündeten immer weiter in Gebiete vor, die von den kurdisch
angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kontrolliert werden.
Nach erneuten Gefechten einigten sich beide Seiten am Dienstag auf einen Waffenstillstand, der zunächst vier Tage gelten soll.
Polizisten in Stuttgart setzen Pfefferspray ein
Zu einer prokurdischen Demonstration in Stuttgart kamen nach Polizeiangaben statt der erwarteten 20 Teilnehmer bis zu 2.000 Menschen. Mehrere Hundert Polizisten waren den Angaben zufolge im Einsatz. Sie setzten Pfefferspray ein und begründeten dies mit Provokationen durch Demonstrierende. Einige hätten Flaschen und Pyrotechnik auf Polizeibeamte geworfen, zudem seien zahlreiche Menschen vermummt gewesen.
Bei einer Demonstration in Hannover zählte die Polizei mindestens 1.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Polizei löste die Veranstaltung nach eigenen Angaben wegen „nicht kooperativen Verhaltens“ nach zwei Stunden auf. Protestierende hätten sich vermummt und Polizisten mit Pyrotechnik beworfen, hieß in einer Mitteilung. Zwei Menschen seien nach tätlichen Angriffen auf Beamte festgenommen worden.
Die kurdisch geführten SDF-Milizen kämpfen seit Jahren mit Unterstützung einer von den USA geführten Koalition gegen den IS, der einst große Gebiete in Syrien und im Irak kontrollierte. Zwar gilt der IS heute als militärisch besiegt, doch befinden sich nach wie vor Zehntausende IS-Kämpfer und deren Angehörige in von den Kurden kontrollierten Gefängnissen und Lagern im Nordosten Syriens.
