Es gehört zur Tragik des Schriftstellers Hermann Peter Piwitt, dass er gewissermaßen Teil der Literaturgeschichte wurde, noch ehe er sich selbst als Schriftsteller entfalten konnte. Als Piwitt 1966, beim Treffen der Gruppe 47 in Princeton, seinen Text vorgelesen hatte, stand der damals 23-jährige Peter Handke auf und schleuderte das etwas delikate Wort von der „Beschreibungsimpotenz“ in die Welt. Die mit adoleszentem Zorn gestellte Diagnose galt wohl nicht Piwitt allein, sondern einer Generation von jungen Autoren, die Anfang der Sechzigerjahre in Walter Höllerers „Schreibwerkstatt Prosaschreiben“ im Literarischen Colloquium eine Art sanfte Heranführung an die Hinrichtungsmaschine Gruppe 47 erfuhren: Hans Christoph Buch, Peter Bichsel, Hubert Fichte, einige von ihnen lasen in Princeton zum ersten Mal einer größeren Öffentlichkeit vor.
