Handball-EM: Isländer surfen weiter auf der EM-Erfolgswelle

Islands Orri Freyr Thorkelsson und Ymir Gislason

Stand: 18.01.2026 20:44 Uhr

Die isländischen Handballer haben mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel ihre starke Verfassung bei der EM unterstrichen und ziehen vorzeitig in die Hauptrunde ein. Polen steht nach der 23:31 (10:13)-Niederlage vor dem erneut frühen EM-Aus.

Nachdem Polen im ersten Spiel gegen Ungarn bereits deutlich (21:29) verlor, stehen die Chancen aufs Weiterkommen mit null Punkten und einer Tordifferenz von -16 denkbar schlecht. Damit droht, wie bei der EM 2024 das frühe Vorrunden-Aus. Island konnte in Kristianstad dagegen über den zweiten deutlichen Sieg jubeln und spielt vorraussichtlich am letzten Spieltag gegen Ungarn um den Gruppensieg.

Magdeburg-Regisseur Kristjansson glänzt als Vorbereiter

Orri Freyr Torkelsson war mit sechs Treffern zwar bester Torschütze der Isländer, aber auch Magdeburgs Gisli Kristjansson glänzte mit zwei Toren und acht Vorlagen. Dass mit Omar Ingi Magnusson (5 Tore) ein anderer Akteur zum Spieler des Spiels gewählt wurde, unterstreicht die starke mannschaftliche Leistung des Inselstaats. Michal Olejniczak stach mit fünf Treffern aus einer schwachen polnischen Team noch etwas heraus, leistete sich aber wie der Rest zu viele einfache Fehler.

Ähnlich wie der Start der Isländer im ersten Gruppenspiel gegen Italien, verliefen auch die ersten Minuten gegen Polen etwas fahrig. Dabei spielte die überraschende 5:1-Abwehr der noch punktlosen Polen den im Eins-gegen-Eins starken Handballern aus Island vermeintlich in die Karten. Sowohl Magnusson als auch Janus Smarason nutzten die sich bietenden Räume durchsetzungsstark zur 3:2-Führung (5.).

Island hält Polen mit zu vielen Fehlwürfen im Spiel

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte erspielten sich die Isländer zwar weiter gute Chancen, scheiterten dabei aber zu oft am starken Milosz Walach im Tor der Polen. Der 24-Jährige verzeichnete bis zur Pause sechs Paraden und hielt sein Team permanent in Schlagdistanz. Als Rhein-Neckar Löwen- Spielmacher Haukur Thrastarson von der Bank zwei schnelle Tore zum 11:8 (25.) erzielte, schien es, als würde der Favorit entscheidend davonziehen.

Sechs Paraden in der ersten Hälfte: Milosz Walach war ein wichtiger Faktor für Polen

Polen hielt mit einem starken Walach und Top-Torschütze Olejniczak (3 Tore) bis zur Pause noch dagegen, der Start in die zweite Hälfte gehörte dann aber Island. Ein 7:1-Lauf binnen fünf Minuten brachte früh in der zweiten Hälfte die Vorentscheidung. Denn auch Viktor Gisli Hallgrimsson im isländischen Tor wurde zunehmend zum Faktor. Der Torwart vom FC Barcelona entnervte erst Arkadiusz Moryto (40.), dann vergoldete Kristjansson die Parade zum 22:13.

Frühe Vorentscheidung: Polen mit nur vier Treffern in 15 Minuten

Die polnische Mannschaft tat sich auch wegen der zu hohen Anzahl an technischen Fehlern (5) und Ballverlusten (12) schwer, den Rückstand etwas zu verringern. Außerdem konnte auch Walach in der zweiten Hälfte nicht an seine starken Paraden anknüpfen und wurde bei den vielen freien Abschlüssen zu oft alleine gelassen. Islands Trainer Snorri Gudjonsson konnte aufgrund der deutlichen Führung seine Startsieben früh vom Feld nehmen und vor dem Gruppenfinale gegen Ungarn schonen.

Das tat dem Spiel jedoch keinen Abbruch, weil auch die isländischen Einwechselspieler zu überzeugen wussten – Thrastarson per schönem Dreher zum 30:20 (55.). Immerhin konnte Marek Marciniak für das polnische Team kurz vor dem Ende auf 23:31 verkürzen und hielt die Niederlage damit im einstelligen Bereich.