
In Österreich sind am Wochenende bei drei Lawinenabgängen insgesamt acht Menschen ums Leben gekommen. Die Toten stammen aus Tschechien und Österreich. Das teilte die Polizei mit.
Am Samstagnachmittag ging den Angaben zufolge eine Lawine am 2150 Meter hohen Finsterkopf im Großarltal im Bundesland Salzburg nieder. Von dem Unglück war die Gruppe eines Kurses des Alpenvereins betroffen. Der Kurs habe im Rahmen eines regulären Winterausbildungsprogramms des Österreichischen Alpenvereins stattgefunden, teilte die Organisation mit. Bei dem Unglück im Großarltal im Bundesland Salzburg waren von den sieben Skitourengehern vier Teilnehmer ums Leben gekommen. Bei ihnen handelt es sich um drei Männer im Alter von 53, 63 und 65 Jahren. Auch eine 60-jährige Frau starb unter den Schneemassen. Die anderen Teilnehmer der Skitour wurden teils schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte.
„In unseren Kursen stehen Risikokompetenz und Sicherheitsbewusstsein an oberster Stelle. Dieses Unglück schmerzt zutiefst“, sagte Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport des Österreichischen Alpenvereins. Die Organisation stehe in engem Kontakt mit den Behörden sowie den Angehörigen der betroffenen Personen. „Die alpine Gemeinschaft trauert mit den Angehörigen“, sagte Wolfgang Schnabl, Präsident des Österreichischen Alpenvereins.
Weitere Tote nahe Bad Hofgastein und in der Steiermark
Auch in den nahegelegenen Bergen von Bad Hofgastein kam es zu einem Unglück. Eine 58-jährige Frau, die mit ihrem Ehemann unterwegs war, ist vor den Augen ihres Mannes von einer Lawine erfasst worden. Auch in diesem Fall konnte der Notarzt nur noch den Tod feststellen.
„Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist“, sagte der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser. Eine Sprecherin der Bergrettung beschreibt die Lawinenlage als „heikel“. Alt- und Neuschnee seien schlecht miteinander verbunden, sodass sich immer wieder Lawinen lösten.

In der Gemeinde Pusterwald in der Steiermark kam es laut Polizei am späten Samstagnachmittag zu einem weiteren Lawinenunglück. Sieben tschechische Skitourengeher waren in dem Gelände unterwegs, als sich eine Lawine löste. Drei von ihnen seien von der Lawine verschüttet worden, so die Polizei. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Die vier Begleiter, die nicht erfasst worden waren, seien von den Einsatzkräften aus dem alpinen Gelände gebracht und notfallmedizinisch erstversorgt worden.
Bei den drei Unglücken war ein Großaufgebot an Rettern im Einsatz. Insgesamt mehr als 200 Helfer und Bergretter haben den Angaben nach geholfen, die Toten zu bergen und die Verletzten in Krankenhäuser zu bringen.
Nach mehreren Wochen ohne Schneefälle waren in den österreichischen Alpen jüngst regional rund 20 bis 50 Zentimeter Schnee gefallen. Die Behörden appellieren immer wieder an die Skitourengeher, äußerst vorsichtig zu sein.
