Erkundungsmission beendet: Bundeswehr zieht schon wieder aus Grönland ab – Jetzt liefert das Ministerium eine Erklärung

15 Männer und Frauen der Bundeswehr checkten erst am Freitag in Grönland ein. Nun ist die „Erkundungsmission“ schon wieder vorbei: Die Soldaten werden ausgeflogen, alles sei „auftragsgemäß“ abgearbeitet worden.

Das Erkundungsteam der Bundeswehr ist am Sonntag wieder aus Grönland abgezogen. Die 15 Soldaten verließen die Arktisinsel mit einem Zivilflugzeug in Richtung Kopenhagen, wie ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Fotoreporter der Zeitung lichteten das Bundeswehrpersonal am Flughafen von Nuuk ab. Der Befehl, wieder nach Deutschland zu fliegen, sei am frühen Sonntagmorgen erfolgt. Die Zeitung berichtete zunächst, alle geplanten Termine seien „eilig abgesagt“ worden.

Später präzisierte die Zeitung ihre Berichterstattung. Demnach sei der Besuch der Bundeswehr ursprünglich vom 15. bis 17. Januar geplant gewesen und für eine Erkundungstour am 18. Januar – also Sonntag – verlängert worden. Die Erkundungstour am dänischen Stützpunkt Kangilinnguit habe jedoch laut Verteidigungsministerium wetterbedingt abgesagt werden müssen. Deshalb sei der Rückflug nach Europa schon am Sonntagnachmittag erfolgt.

Die Soldaten hätten „wichtige Erkenntnisse“ erlangt, hieß es

Die Nachrichtenagentur AFP zitierte das Ministerium mit den Worten: „Unser Team, das sich an der multinationalen Erkundung in Grönland beteiligt hat, beendet heute planmäßig seinen Auftrag.“ Die Soldatinnen und Soldaten hätten vor Ort „wichtige Erkenntnisse“ erlangt. „Auf dieser Grundlage werden nun mögliche Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit im Nordatlantik und in der Arktis mit unseren Nato-Partnern abgestimmt“, fügte das Ministerium hinzu.

Die 15 deutschen Soldaten und weitere Militärangehörige aus anderen europäischen Staaten waren am Freitagabend auf der weltgrößten Insel eingetroffen. Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks.

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die größtenteils von Eis bedeckte Insel einverleiben wollen – was die meisten europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten kürzlich keine Annäherung gebracht.

Dass Deutschland und andere europäische Nato-Staaten auf Einladung Dänemarks Soldaten für die besagte Erkundungsmission nach Grönland schickten, hatte Donald Trump ebenfalls verärgert. Die Soldaten der Verbündeten seien dort „für unbekannte Zwecke“, hieß es in einer Erklärung des US-Präsidenten. Dies sei eine „sehr gefährliche Situation“ für die Sicherheit, den Schutz und das Überleben des Planeten.

krott/gub mit dpa