Rouladen: Vielseitiger Klassiker mit Rind, Kohl oder Gemüse

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DAS! schmeckt: Rotkohlrouladen mit weißer Zwiebelsoße (4 Min)

Stand: 18.01.2026 16:00 Uhr

Ob Rinderrouladen, Kohlrouladen oder vegetarisch mit Gemüse: Rouladen gibt es in vielen Varianten, sie schmoren im Backofen oder auf dem Herd. Rezepte und Tipps zur Zubereitung.

Sie bestehen aus wenigen Zutaten und sind auch beliebt für besondere Anlässe. Durch langes Schmoren werden Rouladen aus Fleisch wunderbar zart und aromatisch. Außerdem kann man sie vorbereiten, denn sie lassen sich gut aufwärmen und schmecken am nächsten Tag oft noch besser.

Rinderrouladen: Der deutsche Klassiker

Rinderrouladen, gefüllt mit Senf, Speck, Zwiebeln und Gewürzgurken, sind das deutsche Traditionsgericht schlechthin. Die dünnen Scheiben werden meist aus der Oberschale oder Unterschale des Rinds geschnitten. Bei der Zubereitung das Fleisch bei Bedarf plattklopfen, um eine gleichmäßige und größere Fläche zu bekommen.

Die Scheiben jeweils mit Salz und Pfeffer würzen, mit Senf bestreichen und eine Scheibe Speck darauflegen sowie längs geschnittene Gewürzgurken und klein geschnittene Zwiebeln oder Schalotten. Die Seiten einschlagen und aufrollen, mit Zahnstochern oder Küchengarn fixieren.

Rouladen in einem Bräter oder einer Schmorpfanne in Butterschmalz kräftig anbraten und herausnehmen. Suppengrün im Topf anschwitzen und Brühe oder Wein hinzufügen und erhitzen, dann die Rouladen wieder dazugeben und im Ofen oder auf dem Herd schmoren.

Rinderrouladen mit gebratener Polenta und Rotkohl auf einem Teller serviert

Der Klassiker lässt sich gut vorbereiten und ist mit weihnachtlichen Polenta-Plätzchen und Rotkohl ein ideales Festmahl.

Wie werden Rouladen richtig weich?

Damit Rinderrouladen schön zart werden, müssen sie mindestens 1,5 und bis zu 3 Stunden bei niedriger Temperatur (im Ofen bei etwa 160 Grad) garen, am besten zugedeckt. Sie sollten fast von Flüssigkeit bedeckt sein, sonst können sie austrocknen. Erst durch langes, sanftes Schmoren wird das Bindegewebe zersetzt und das Fleisch weich.

Rouladen mit Fleisch von Schwein, Pute und Hähnchen

Statt Rind kann man für Rouladen auch Schweinefleisch verwenden. Die Schnitzel werden wie Rinderrouladen zubereitet. Anstelle der klassischen Füllung eignen sich Frischkäse, Kräuter, Paprika, Oliven oder Zucchini. Eine fettarme und schnelle Variante sind Rouladen aus Puten– oder Hähnchenbrust. Füllen kann man sie mit hart gekochten, gewürfelten Eiern, Kräutern und Crème fraîche oder mediterran mit Schinken, Parmesan, getrockneten Tomaten und Pesto. Rundherum anbraten, mit Sahne und nach Belieben Weißwein ablöschen und mit Deckel etwa 15 Minuten köcheln lassen. Dazu passen Kartoffeln, Reis und Gemüse.

Fischrouladen: Feine, schnelle Küche

Eine besonders feine Variante sind Fischrouladen. Dafür dünne Filets von Scholle, Seezunge oder Lachs mit Spinat, Wirsing oder fein geschnittenem und geschmortem Gemüse von Lauch oder Möhren belegen. Aufrollen und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze etwa 6 Minuten braten.

Involtini: Italienische Rollen mit mediterranen Zutaten

Die italienische Variante der Roulade sind Involtini. Die Röllchen sind kleiner, feiner geschnitten und mit Parmaschinken, Mozzarella, Ricotta, Pinienkernen oder getrockneten Tomaten gefüllt. Neben einer Hülle aus Fleisch, klassischerweise Kalb, wird auch Gemüse wie Auberginen und Zucchini zum Einrollen verwendet.

Zucchini-Röllchen mit Ricotta-Füllung auf einem blauen Teller

Für die sommerliche Vorspeise hat Hanna Reder zwei weitere Varianten: überbacken aus dem Ofen und in Filoteig ausgebacken.

Kohlrouladen: Klassisch mit Hack oder vegetarisch

Eine beliebte Spezialität sind Kohlrouladen. Klassisch werden sie mit Weißkohl und einer Hackfleischfüllung zubereitet. Dazu vom Kohl Blätter im Ganzen ablösen und etwa 2 Minuten in kochendem Wasser blanchieren. Danach abschrecken, mit etwas Küchenpapier trocken tupfen und die harten Blattadern herausschneiden. Zum Einrollen eignen sich auch die Blätter von Wirsing oder Spitzkohl. Pro Roulade benötigt man drei bis vier Blätter.

Nach Belieben mit einer Hackmischung oder vegetarisch, zum Beispiel mit gedünstetem Gemüse, einer Hirsemasse, Couscous oder Reis und Champignons füllen. Die Kohlblätter an den Seiten einschlagen, zu Rouladen rollen und mit Garn verschnüren oder mit Zahnstochern fixieren. In einer tiefen Pfanne anbraten und zugedeckt in Gemüsebrühe oder Tomatensoße gut 30 Minuten schmoren.

Spitzkohl-Rouladen auf Kartoffeln und Kohlgemüse in tiefen, weißen Tellern

Die gefüllten Rouladen werden auf vorgegartem, aromatischem Kohlgemüse und Kartoffelscheiben im Ofen gegart.

Rotkohlrouladen mit Sauce Soubise und Kartoffeln

Zora Klipp serviert die halbierten Rouladen mit einer französischen Sauce Soubise und Petersilienkartoffeln.

Vegetarische Wirsingroulade mit Zwiebelsoße auf einem Teller serviert

Björn Freitag füllt die Wirsingblätter mit Kartoffelmasse und kreiert so eine leckere Variante des Klassikers mit Hack.

Zwei Spitzkohl-Rouladen mit Kartoffelpüree auf einem Teller.

Gefüllt werden die Rouladen mit einer Mischung aus Pilzen und Pinienkernen. Das Püree wird mit Sellerie und ohne Milch zubereitet.

Vegane Rouladen mit Fleischersatz

Eine pflanzliche Alternative für Rouladen aus Fleisch sind Sojaschnitzel, sogenannte Soja Big Steaks, die vor der Zubereitung eingeweicht werden. Sie schmecken klassisch gefüllt mit Senf, Gurken und Zwiebeln. Außerdem sind im Handel Seitan-Rouladen erhältlich. Den Teig auf Basis von Weizengluten und pürierten Kidneybohnen kann man auch selbst herstellen.

Zwei Spitzkohl-Rouladen mit Kartoffelpüree auf einem Teller.

Von Rouladen über herzhaft gefüllten Teig bis zur Sommerrolle: eine Auswahl leckerer Rezepte mit und ohne Fleisch.