

Mit einer groß angelegten Kontrolle hat die Polizei am Wochenende ihr Konzept fortgesetzt, die Sicherheit auf der Zeil zu erhöhen. Zusätzlich zu der anhaltend hohen Präsenz an den Freitag- und Samstagabenden plant die Behörde, zwei neue Kameras aufzustellen, um das Kriminalitätsgeschehen zwischen der Hauptwache und der Konstablerwache zu dokumentieren. Das kündigte Polizeipräsident Stefan Müller am Samstag an.
Die geplanten Kameraanlagen sollen laut Müller „eine Brücke bauen“ zwischen der Hauptwache und der Konstablerwache. Zunächst seien das polizeieigene Kameras, die auf Rechtsgrundlage des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung errichtet würden. Darüber hinaus sei er aber auch in Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen der Stadt, um zu prüfen, ob es nicht möglich wäre, die Anlagen, wie auch schon an der Hauptwache und der Konstablerwache, städtisch betreiben zu lassen.
„Junge Männer wollen Zeil dominieren“
Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU), der die Kontrollen auf der Zeil am Samstagabend begleitet hatte, sagte, er halte Videokameras für ein wichtiges Instrument, um einen Ort, an dem sich besonders viele Straftaten ereigneten, sicherer zu machen und die Strafverfolgung zu erleichtern. Zusätzlich sei er überzeugt, dass die hohe polizeiliche Präsenz ein wichtiger Beitrag sei. Auch er nehme wahr, dass die Fußgängerzone abends an den Wochenenden bei vielen Menschen ein Gefühl der Unsicherheit hervorrufe. „Die Zeil darf aber kein rechtsfreier Raum sein.“
Die Straße sei eine wichtige Lebensader Frankfurts. Insbesondere an Wochenendabenden entwickele sie sich jedoch zunehmend zu einem Kriminalitätsbrennpunkt. Ladendiebstähle, Körperverletzungen, Vermüllung, öffentliches Urinieren und respektloses Verhalten gegenüber Einsatzkräften trügen zu einem „aggressiven Klima“ bei. „Verantwortlich dafür sind vor allem größere Gruppen junger Männer, begleitet von Alkohol- und Drogenkonsum, die versuchen, die Zeil zu dominieren und andere zu verdrängen.“
Oberbürgermeister Mike Josef für Videoüberwachung
Der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sagte auf Anfrage, er stehe sowohl einer zusätzlichen Kameraanlage als auch der Einrichtung einer Waffenverbotszone offen gegenüber, wenn es der Polizei bei der Bekämpfung der Kriminalität auf der Zeil helfe. Ihm sei daran gelegen, dass die Menschen sich dort sicher fühlten, und das zu jeder Tageszeit.
Allerdings braucht es dazu aus seiner Sicht ein noch viel umfassenderes Konzept. Deshalb setze er sich dafür ein, dass die Zeil abends an den Wochenenden, wenn die Geschäfte geschlossen hätten, eine qualitativ hochwertige Belebung etwa durch Gastronomie oder ein kulturelles Angebot erfahre. Es gebe derzeit Gespräche mit möglichen Partnern dazu. Zugleich hoffe er weiter auf eine hohe Polizeipräsenz.
