Handball-EM 2026: Shooter Grgic will in Fahrt kommen

Marko Grgic ist nicht zufrieden mit seiner Leistung gegen Österreich

Stand: 16.01.2026 23:47 Uhr

Persönlich hat Marko Grgic enen Fehlstart in die Handball-EM hingelegt. Doch er will das abhaken, mutig bleiben – und am Samstagabend (20.30 Uhr, live im Ersten und in der Audio-Vollreportage auf sportschau.de) gegen Serbien sofort eine Antwort geben. Lässt ihn der Bundestrainer?

Die Aufarbeitung hat dann doch etwas länger gedauert. Auch Videostudium gehörte dazu, als Marko Grgic nach dem 30:27 gegen Österreich seine persönliche Leistung reflektierte. Es waren allerdings keine Handball-Videos, die er sich nach eigener Aussage bis zwei Uhr morgens zu Gemüte führte. „Es war irgendein Schwachsinn auf TikTok, irgendein sinnloser Social-Media-Kram. Ich musste einfach raus aus der Bubble und mich komplett ablenken„, erzählte der Rückraum-Scharfschütze am Freitag erfrischend offen.

Nur ein Tor gegen Österreich

Wirklich scharf hatte er am Donnerstagabend nämlich nicht geschossen. Dabei hatte ihn Bundestrainer Alfred Gislason für viele überraschend in die Startformation beordert, doch gleich die ersten Aktionen gingen schief: Fehlwurf, Fehlpass, Fehlwurf, am Ende stand gerade mal ein Treffer zu Buche. Obwohl er noch einen Siebenmeter ausführen durfte – den er ebenfalls vergab.

Mitte der ersten Hälfte nahm ihn Gislason vom Feld, brachte den Gummersbacher EM-Debütanten Miro Schluroff, der vier Tore beisteuerte und auch Grgic voll überzeugte: „Er hat das deutlich besser gemacht als ich“, gab der Flensburger gegenüber der Sportschau zu: „Ich persönlich war mit meiner Leistung sehr unzufrieden. Ich muss mich steigern, aber das Schöne am Handball ist: Es geht sofort weiter, nächstes Training, nächstes Spiel, nächste Chance, es wieder besser zu machen.“

Wechsel nach Flensburg gut gemeistert

Dass er das kann, weiß jeder im deutschen Team. In der Bundesliga hat er den Wechsel aus Eisenach zum Handball-Weltklub Flensburg blendend gemeistert, er liegt in der Torjägerliste mit 114 Treffern auf Rang sechs – übrigens 36 Tore und 22 Plätze vor Schluroff.

Die Frage ist nun aber, wie es für Grgic in diesem Turnier weitergeht. Auch bei der WM im Vorjahr war er einer der Hoffnungsträger, am Saisonende war er sogar Bundesliga-Torschützenkönig vor dem dänischen Welthandballer Mathias Gidsel. Er hatte aber bei Gislason einen extrem schweren Stand und wurde vom Trainer für Fehler und eine zu wilde Wurfauswahl mit ellenlangen Bank-Zeiten abgestraft.

Mit Schluroff neue Konkurrenz

Jetzt, mit einem Jahr mehr Erfahrung und einem verbesserten Defensivverhalten, sind seine Aktien gestiegen, doch mit Schluroff hat er plötzlich neue Konkurrenz. Wie geht er damit um?

Grgic: „Es ist schon so, dass ich nach meiner Leistung gegen Österreich auch gegrübelt und nachgedacht habe, was ich besser machen kann und muss. Es ist ja nicht so, das sich zehn Tore pro Spiel von mir erwarte, aber es geht natürlich viel besser und ich will und werde mutig bleiben. Wenn ich dann mal raus muss, ist das okay, es geht um die Mannschaft. Und es ist ja keine Lösung, dann auf der Ersatzbank zu schmollen. Einfach weiter Vollgas – dann kann gegen Serbien alles wieder anderes aussehen.“

Zuspruch von Co-Trainer Wudtke

Genau zu dieser Einstellung raten ihm auch Gislason und Co-Trainer Erik Wudtke, der schon während des verkorksten ersten Spiels aufbauende Worte für Grgic fand. Zur Sportschau sagt Wudtke: „Ich fand Markos Wurfauswahl gar nicht so falsch, auch wenn nicht so viel reingegangen ist. Man muss ihn auch nicht nur an Toren messen, er hat dann auch einige sehr gute Anspiele gemacht und dem Team damit geholfen. Dass er aber auch wieder mehr treffen wird, ist für mich völlig klar, da soll er sich keinen Kopf machen.“