Katastrophenschutz: Vorsicht, liebe Prepper | DIE ZEIT

Gegenwärtig sprechen Menschen oft über Campingkocher, Powerbanks und Dieselgeneratoren. Das Topseller-„Stromausfall-Paket Klassik“ ist runtergesetzt für 259 Euro zu haben, da sind auch Töpfe, Essensschälchen und Reinigungsschwamm dabei, als ständen die nicht treu noch in der kalten Küche herum. Das Interesse am Katastrophenschutz als Selbstschutz rückt gerade in die Mitte vor. Es demokratisiert sich. Vor dem kollabierenden Stromnetz sind alle gleich.

Die Sorge um die Selbstsorge wird gleich von mehreren Faktoren getriggert: dem eisigen Einschneien, dem Stromkollaps in Berlin und im schönen Frankreich, wo auch die nagelneue Atomkraft nicht wetterfest ist, und einem Winterkrieg nebenan, der den Bürgermeister von Kyjiw veranlasst, der Bevölkerung anzuraten, die Stadt zu verlassen. Es liegt auch an der Unordentlichkeit der Verhältnisse, die einen hier mit der Frage allein lässt, wer zuständig ist und weder krank noch im Urlaub, die gute alte Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, städtische Behörden, Nachbarn, die 110 – oder doch lieber das liberal hochgestimmte Ich mit seiner leider gealterten europäischen Idee der Autonomie und seinen lieb gewordenen Gewohnheiten des Kochens, Heizens und Duschens. Schaff ich schon!