

Es lässt sich nicht bestreiten, dass das Thema Wolf mit archaischen Ängsten aufgeladen ist. Trotzdem ist es nicht, wie es Tierschutzlobbyisten darstellen, eine irrationale oder einen populären Irrationalismus bedienende Maßnahme, wenn der Schutz dieses Raubtiers im Jagdgesetz gelockert wird. Denn es lässt sich auch nicht bestreiten, dass die Verbreitung des Wolfes längst zu ernsthaften Konflikten mit der menschlichen Nutztierhaltung geführt hat.
Und dass Wölfe völlig ungefährlich für den Menschen selbst seien, kann man auch nicht behaupten. Das lässt sich nicht mit dem Hinweis darauf beiseitewischen, dass es möglicherweise menschliche Fehler sind, die einzelne Exemplare zu einer Gefahr machen können.
Die Jagd kann Rudel sogar stärken
Allerdings sollten sich Regierung und Koalition hüten, so zu tun, als sei mit dem jetzigen Gesetzentwurf das Problem erledigt. Die geregelte Jagd auf Wölfe zu erlauben, wird es erleichtern, ohne viel Bürokratie Problemwölfe aus dem Verkehr zu ziehen und Populationen überschaubar zu halten.
Aber solange man nicht wieder auf Ausrottung aus ist, und das ist ausdrücklich nicht das Ziel, wird es weiter zu konfliktträchtigen Begegnungen kommen. Ja, die Jagd kann Wolfsrudel sogar stärken.
Man wird also erst recht Tierhalter durch Rat und Unterstützung in die Lage versetzen müssen, ihre Bestände defensiv zu schützen. Und die Bevölkerung muss man aufklären, damit sie nicht archaische Angst bekommt, aber gesunden Respekt vor dem wilden Tier wahrt.
