
Die Umweltorganisation Naturschutzbund (Nabu) warnt vor erheblichen Schäden durch Wasserknappheit im landwirtschaftlichen Bereich und in der gesamten Volkswirtschaft. Deutschland habe seit Anfang des Jahrhunderts rund 60 Milliarden Kubikmeter aus Grundwasser und Wasserspeichern verloren, teilte der Nabu in Berlin zur Veröffentlichung einer Untersuchung mit, die mit der Boston Consulting Group (BCG) gemacht wurde. „Das entspricht dem Volumen des Bodensees.“
Deutschland verliert der Studie zufolge mehr Wasser, „als seine natürlichen Systeme in der Fläche wieder auffüllen können“. Unter anderem der Klimawandel beschleunige diese Entwicklung. In den nächsten 25 Jahren würden sich die volkswirtschaftlichen Kosten des Wasserschwundes auf 500 bis 625 Milliarden Euro summieren. „Dagegen erfordern gezielte frühzeitige Investitionen insgesamt geschätzte 15 bis 20 Milliarden Euro“, hieß es in der Mitteilung.
Versiegelte Flächen und erhöhter Wasserbedarf
„Wasser ist eine strategische Ressource – vergleichbar mit Energie“, sagte der BCG-Experte und Mitautor der Studie, Torsten Kurth. „Wir müssen mit neuem Fokus auf Wasserkreisläufe, die nationale Wasserbilanz und Indikatoren schauen und jetzt investieren, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren.“
Versiegelte und verdichtete Böden für Siedlungs- und Verkehrsflächen, das Roden von Wäldern und entwässerte Flächen gelten als Teil des Problems. Sie würden verhindern, dass ausreichend Wasser versickere und sich die Grundwasserspeicher wieder auffüllen könnten. Hinzu komme, dass sich der Bedarf an Wasser in der Landwirtschaft erhöht habe. Zwischen 2020 und 2022 habe sich dieser verdoppelt.
