
Vor einigen Jahren gab es mal eine ziemlich gute Werbekampagne. An allen möglichen Bushaltestellen, an Litfaßsäulen und Häuserwänden hingen damals Plakate. Mahatma Gandhi war darauf zu sehen, Alice Schwarzer und Martin Luther King. Darunter stand immer derselbe Satz: Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.
Nun geht es bei der folgenden Geschichte nicht um Gandhi, sondern um Günther. Daniel Günther, um genau zu sein, CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Aber es geht auch um den Mut, eine Wahrheit – oder sagen wir nüchterner: eine Tatsache – auszusprechen. Günther hat das in der vergangenen Woche getan, und seitdem ist einiges los: Die Bild-Zeitung – die seinerzeit noch die Mutigen plakatiert hatte – forderte seinen Rücktritt. Die Welt widmete ihm in den vergangenen Tagen ganze zwölf Beiträge. Es rollt also eine Welle, die aufschlussreich ist, um zu verstehen, wo die politischen Konfliktlinien in Deutschland Anfang 2026 verlaufen.
