
Im Skandal um manipulierte Skisprunganzüge bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2025 sind drei norwegische Trainer zu Sperren von jeweils 18 Monaten verurteilt worden. Das teilte die Ethikkommission des Ski-Weltverbandes Fis mit. Das Trio aus Cheftrainer Magnus Brevik und den Assistenztrainern Thomas Lobben und Adrian Livelten wurde schuldig gesprochen, eine tragende Rolle bei der
Manipulation der Sprunganzüge von Johann André Forfang und Marius
Lindvik gespielt zu haben.
Offiziell gelten die Sperren seit dem 8. Januar, davon werden jedoch die seit März 2025 verbüßten Zeiten abgezogen. Die drei Verurteilten waren bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe vorläufig suspendiert worden. Am 11. August war gegen die Trainer Anklage erhoben worden. Mit der Verurteilung erhielten sie zudem Geldstrafen in Höhe von jeweils 5.000 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 5.400 Euro.
Trainer finden Urteil unverhältnismäßig
Die Trainer kritisierten die Entscheidung in einer Stellungnahme beim norwegischen Rundfunk NRK als „unverhältnismäßig streng im Vergleich zu früherer Praxis in ähnlichen Fällen“. Sie könnten nicht verstehen, warum ihr Fall anders behandelt wurde.
„Aus den Urteilsgründen geht ausdrücklich hervor, dass vergleichbare
Regelverstöße bisher nicht sanktioniert wurden – oder lediglich mit
einer Verwarnung – und dass dieser Fall als Beispiel dient, um eine neue
und strengere Linie im internationalen Skispringen zu markieren“, hieß es von den Anwälten der Funktionäre. Das werfe grundlegende Fragen zu Gleichbehandlung und Verhältnismäßigkeit auf. Sie erwägen demnach, das Urteil beim Internationalen Sportgerichtshof anzufechten.
Skandal in Trondheim
Bei der WM in Trondheim Anfang März waren anonym gefilmte Videos aufgetaucht, die das norwegische Team bei der unzulässigen Bearbeitung von Wettkampfanzügen für das Großschanzenspringen zeigen. Es wurde eine nicht erlaubte Naht angebracht, die für mehr
Stabilität beim Fliegen in der Luft sorgen soll.
Die Ethikkommission FEC hatte zuvor bereits die norwegischen Skispringer Lindvik und Forfang zu einer Sperre von drei Monaten
verurteilt. Diese Sperren wurden aber vor der kommenden Olympiasaison abgesessen, sodass das Verfahren nun als abgeschlossen gilt. Auch durfte Lindvik seinen WM-Titel aus dem vergangenen Jahr behalten. Das Trainer- und Betreuerteam um Brevik wurde bereits nach dem Skandal weitgehend ausgetauscht.
